Unsere Goldgräber-Aktien im September 2026

Wir stellen dir unsere 5 Aktien für den September 2026 vor. Es sind unterbewertete Aktien mit hoher Qualität.
01.09.2026
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Benjamin Franzil
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Unsere Goldgräber-Aktien im September 2026
Podcast von Aktienexperten Benjamin Franzil
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Zusammenfassung

Es gibt zu viel Auswahl bei Aktien. Jeden Monat steht der Aktienkauf an. Aber wir haben die Qual der Wahl. Es gibt viele tolle Aktien am Markt, aber nicht jede ist kaufenswert.

Wir helfen dir, spannende Aktien zu finden. In unseren „Goldgräber-Aktien”-Artikeln stellen wir dir jeden Monat interessante Kaufchancen vor. Wir wählen nur eine kleine Anzahl von Aktien aus. Aktien, die wir analysiert haben und die du in unserer Watchlist findest. Wir stellen dir die Aktien vor, von denen wir selbst überzeugt sind.

Ausführliche Einschätzung. Wir haben diese Unternehmen für dich analysiert und erklären dir zu jeder Aktie, was das Unternehmen macht. Außerdem erklären wir dir, warum wir die Aktie aktuell spannend finden.

1. Chipotle Mexican Grill Aktie

Name
Chipotle Mexican Grill
Logo
WKN
A0ESP5
Kurs
36,9 USD
Marktkap. in Mrd. USD
46,7
Land
USA
Sektor
Zyklischer Konsum
KGV 2026e
30,1
Dividendenrendite
Keine Dividende
Umsatzwachstum 10J
10,2 % p.a.
EBIT-Marge 2025
16,5 %
Renditeerwartung
16,1 % p.a.
Chipotle Geschäftsmodell

Unternehmen und Marktstellung. Chipotle betreibt inzwischen knapp 4.200 eigene Restaurants und 15 Partnerstandorte. Der Schwerpunkt liegt klar auf Nordamerika. Bekannt ist die Kette für frisch zubereitete Burritos, Bowls und Tacos. Die starke Marke, ein einfaches Küchenkonzept und standardisierte Abläufe erleichtern die Expansion und sichern eine gleichbleibende Qualität.

Zentrales Geschäftsmodell. Da Chipotle kaum Franchising nutzt, stammen die Erlöse fast vollständig aus eigenen Restaurants. Wenige Grundzutaten ermöglichen zahlreiche Kombinationen und halten die Abläufe effizient. Digitale Bestellungen erreichten 2025 rund 37 % des Speisen- und Getränkeumsatzes. Die Marke erlaubt Preiserhöhungen, stößt bei preisbewussten Kunden jedoch zunehmend an Grenzen.

Perspektiven und Entwicklung. Langfristig plant Chipotle 7.000 Restaurants in Nordamerika. Neue Standorte erhalten häufig einen „Chipotlane“ für digital vorbestellte Abholungen. Auch international soll das Netz über Partner wachsen. Höhere Löhne, schwankende Lebensmittelpreise und schwächere Kundenfrequenzen bleiben Risiken. Entscheidend ist, ob die Expansion ohne Abstriche bei Service und Rendite gelingt.

Kennzahlen

Umsatzwachstum. Chipotle Mexican Grill steigerte den Umsatz von 2015 bis 2025 um durchschnittlich 10,2 % pro Jahr. Neue Restaurants waren der wichtigste Wachstumsmotor, ergänzt durch höhere Durchschnittsbons und digitale Bestellungen. Die Expansion lässt weiteres Potenzial, verlangt aber attraktive Standorte und eine stabile Kundenfrequenz.

Operative Gewinnmarge. 2025 erreichte Chipotle eine EBIT-Marge von 16,5 %. Größenvorteile im Einkauf, hohe Restaurantumsätze und digitale Bestellungen stützen die Profitabilität. Gleichzeitig bleibt das Modell aufgrund der selbst betriebenen Standorte empfindlich gegenüber steigenden Lohn- und Lebensmittelkosten. Preiserhöhungen können diese Belastungen nur begrenzt abfedern.

Bilanz. Chipotle weist keine Nettoschulden und damit kein positives Verhältnis von Net Debt zu EBITDA aus. Die hohe Liquidität senkt den Finanzierungsdruck und ermöglicht den Ausbau des Filialnetzes sowie Aktienrückkäufe aus eigener Kraft.

Bewertung

Mit einem erwarteten KGV von 30,1 für 2026 ist Chipotle trotz des Kursrückgangs kein klassisches Schnäppchen. Der Aufschlag erklärt sich durch die starke Marke, attraktive Filialrenditen und das langfristige Potenzial für deutlich mehr Standorte. Dass die vergleichbaren Umsätze erst wieder an Dynamik gewinnen und die operative Marge zuletzt sank, begrenzt jedoch den Spielraum für weitere Enttäuschungen.

Warum wir die Chipotle-Aktie aktuell spannend finden

Chipotles Wachstum hängt nicht allein von Preiserhöhungen ab. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die vergleichbaren Restaurantumsätze wieder, während 100 neue eigene Standorte eröffnet wurden. Besonders die Chipotlanes verbessern Erreichbarkeit, Umsätze und Renditen neuer Filialen. Zusammen mit der digitalen Kundenbindung schafft dies einen belastbaren Weg für weiteres Gewinnwachstum.

Die aktuelle Bewertung eröffnet trotz kurzfristiger Margenrisiken einen interessanten Einstieg. Chipotle kann durch neue Filialen, steigende Transaktionen und effizientere Chipotlanes länger wachsen, als das verhaltene Konsumumfeld vermuten lässt. Stabilisiert sich das Bestandsgeschäft, dürfte auch der Gewinn wieder zulegen. Die Renditeerwartung von 16,1 % p. a. stützt daher unsere Kaufthese.

2. Domino's Pizza Aktie

Name
Domino's Pizza
Logo
WKN
A0B6VQ
Kurs
336,5 USD
Marktkap. in Mrd. USD
11,3
Land
USA
Sektor
Zyklischer Konsum
KGV 2026e
17,7
Dividendenrendite
2,4 %
Umsatzwachstum 10J
8,3 % p.a.
EBIT-Marge 2025
19,2 %
Renditeerwartung
13,4 %p.a.
Domino‘s Geschäftsmodell

Unternehmen und Marktstellung. Domino’s ist mit 22.142 Restaurants in mehr als 90 Märkten vertreten. Nur 262 US-Filialen führte der Konzern selbst, der Rest entfiel überwiegend auf Franchisenehmer. Dieses Modell ermöglicht schnelles Wachstum mit wenig eigenem Kapital. Die bekannte Marke, dichte Liefergebiete, digitale Bestellsysteme und standardisierte Abläufe schaffen deutliche Größenvorteile.

Zentrales Geschäftsmodell. Domino’s verdient an eigenen Filialen, Franchisegebühren und der Belieferung seiner Partner. In Nordamerika versorgt der Konzern die Restaurants über eigene Produktions- und Logistikzentren mit Teig und weiteren Zutaten. Dieser Bereich liefert den größten Teil des ausgewiesenen Umsatzes. Wiederkehrende Lizenzzahlungen stabilisieren die Cashflows, setzen jedoch wirtschaftlich gesunde Franchisenehmer voraus.

Perspektiven und Entwicklung. Mehr Bestellungen je Filiale, neue Restaurants und ein höherer Abholanteil sollen das Wachstum antreiben. Treueprogramme, digitale Kanäle und Lieferplattformen erweitern die Reichweite. Steigende Löhne, Lebensmittelkosten und Preisaktionen belasten jedoch die Franchisenehmer. Für Domino’s zählt daher nicht nur die Zahl neuer Standorte, sondern vor allem deren Umsatz und Profitabilität.

Kennzahlen

Umsatzwachstum. Domino’s Pizza erhöhte seine Erlöse innerhalb von zehn Jahren im Mittel um 8,3 % jährlich. Dazu trugen zusätzliche Franchisefilialen, steigende Lizenz- und Werbeeinnahmen sowie das unternehmenseigene Liefergeschäft für Zutaten bei. Künftig hängt das Wachstum stärker von neuen Standorten und höheren Bestellwerten ab, da der nordamerikanische Markt bereits dicht erschlossen ist.

Operative Gewinnmarge.
Mit 19,2 % blieb die EBIT-Marge von Domino’s 2025 auf hohem Niveau. Das Franchisemodell begrenzt den eigenen Kapitaleinsatz und sorgt über Gebühren und Umsatzbeteiligungen für gut planbare Einnahmen. Das Lieferkettensegment erhöht zwar den Umsatz, bringt aber niedrigere Margen und eine stärkere Abhängigkeit von Rohstoff-, Transport- und Personalkosten mit sich.

Bilanz.
Das Verhältnis von Net Debt zu EBITDA liegt bei 4,5 und damit deutlich oberhalb der in der Grafik angesetzten Schwelle von 3. Domino’s nutzt Fremdkapital gezielt zur Finanzierung von Ausschüttungen und Aktienrückkäufen. Die stabilen Franchisegebühren erleichtern den Schuldendienst, dennoch begrenzt die hohe Verschuldung den Spielraum bei schwächerer Nachfrage oder steigenden Refinanzierungskosten.

Dividende. Domino’s bietet eine Dividendenrendite von 2,4 %. Rund die Hälfte des Gewinns fließt in Ausschüttungen. Das lässt Raum für weitere Erhöhungen, allerdings konkurriert die Dividende mit hohen Aktienrückkäufen und dem Schuldendienst um finanzielle Mittel.

Bewertung

Das erwartete KGV von 17,7 für 2026 bewertet Domino’s deutlich nüchterner als typische Wachstumsunternehmen. Darin spiegeln sich nahezu stagnierende vergleichbare Verkäufe und das inzwischen reife US-Geschäft wider. Gleichzeitig rechtfertigen wiederkehrende Franchisegebühren, ein kapitalarmes Modell und regelmäßige Aktienrückkäufe eine solide Bewertung, solange das globale Filialnetz weiter wächst.

Warum wir die Domino’s-Aktie aktuell spannend finden

Die wirtschaftliche Stärke liegt im Zusammenspiel aus Marke, Franchiseorganisation und eigener Lieferkette. Neue Standorte erhöhen sowohl die Lizenzerlöse als auch das Volumen der Versorgungszentren, ohne dass Domino’s jede Filiale selbst finanzieren muss. Digitale Bestellungen, das Treueprogramm und zusätzliche Bestellkanäle können die Auslastung steigern und das System für Franchisenehmer attraktiver machen.

Das Verhältnis aus Bewertung und planbarem Cashflow spricht derzeit für einen Kauf. Schwache Flächenumsätze und die hohe Verschuldung bleiben zu beachten, doch das Franchise-Modell kann auch ohne kräftigen Konsumboom wachsen. Neue Filialen, Preisanpassungen und Rückkäufe erhöhen den Gewinn je Aktie. Bei 13,4 % Rendite p. a. überwiegt für uns das Ertragspotenzial.

3. FactSet Aktie

Name
FactSet
Logo
WKN
901629
Kurs
300,9 USD
Marktkap. in Mrd. USD
10,7
Land
USA
Sektor
IT
KGV 2026e
16,7
Dividendenrendite
1,5 %
Umsatzwachstum 10J
8,7 % p.a.
EBIT-Marge 2025
33,2 %
Renditeerwartung
13,2 %p.a.
FactSet Geschäftsmodell

Unternehmen und Marktstellung. FactSet versorgt weltweit Investmenthäuser, Banken, Vermögensverwalter und Unternehmen mit Finanzdaten und Analysesoftware. Rund 240.000 Nutzer arbeiten mit der Plattform. Die Stärke liegt weniger in einzelnen Datensätzen als in ihrer Verknüpfung mit Analysewerkzeugen und festen Arbeitsabläufen. Ein Anbieterwechsel ist deshalb aufwendig und kann operative Risiken auslösen.

Zentrales Geschäftsmodell. Fast alle Erlöse stammen aus Abonnements für Daten, Portfoliomanagement, Research, Risikoanalyse und Handelsprozesse. Die Preise richten sich nach Umfang, Funktionen und Nutzerzahl. Mehr als 95 % des jährlichen Abonnementwerts werden gehalten; 82 % entfallen auf Kunden der Käuferseite. Wiederkehrende Verträge, hohe Wechselkosten und laufende Erweiterungen sorgen für stabile Cashflows.

Perspektiven und Entwicklung. Zusätzliche Nachfrage kommt aus dem Wealth Management, privaten Märkten und KI-gestützten Arbeitsabläufen. FactSet muss dabei proprietäre Daten, offene Schnittstellen und neue Analysefunktionen sinnvoll verbinden. Bloomberg, LSEG und S&P Global investieren ebenfalls kräftig. Ob das Wachstum anzieht, hängt daher von erfolgreichem Cross-Selling, verlässlicher Datenqualität und dem messbaren Kundennutzen neuer KI-Angebote ab.

Kennzahlen

Umsatzwachstum. FactSet verzeichnete von 2015 bis 2025 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 8,7 % pro Jahr. Neben Preisanpassungen und zusätzlichen Datenangeboten trugen Übernahmen zur Entwicklung bei. Die in Arbeitsabläufe der Kunden eingebetteten Abonnements schaffen eine belastbare Basis. Neue Analyse- und KI-Lösungen können das Wachstum ergänzen, müssen ihren Mehrwert aber dauerhaft belegen.

Operative Gewinnmarge.
FactSet erwirtschaftete 2025 eine EBIT-Marge von 33,2 %. Wiederkehrende Abonnementerlöse, hohe Kundenbindung und die gute Skalierbarkeit digitaler Produkte ermöglichen eine ausgeprägte Profitabilität. Dagegen erfordern Datenlizenzen, Technologie und qualifizierte Mitarbeiter laufende Investitionen. Der stabile Margenverlauf spricht dennoch für eine belastbare Kostenstruktur.

Bilanz. Mit einem Verhältnis von Net Debt zu EBITDA von 1,1 bleibt FactSets Verschuldung moderat. Die laufenden Mittelzuflüsse reichen aus, um Zinsen, Investitionen und Ausschüttungen zu finanzieren, ohne die Bilanz übermäßig zu beanspruchen.

Dividende. FactSet verbindet eine Dividendenrendite von 1,5 % mit einer bemerkenswert zuverlässigen Wachstumsrate von knapp 10 %. 2026 stieg die jährliche Ausschüttung um 5,5 % auf 4,64 USD je Aktie. Damit erhöhte der Konzern seine Dividende im 27. Jahr in Folge. Da nur rund 26 % des Gewinns ausgeschüttet werden, bleibt genügend Spielraum für Investitionen, Rückkäufe und weitere moderate Anhebungen.

Bewertung

Beim erwarteten KGV von 16,7 für 2026 wird FactSet nicht mehr wie ein verlässlicher Qualitätswachstumswert bepreist. Anleger berücksichtigen damit das nur mittlere Umsatztempo, höhere Technologie- und Personalkosten sowie die Gefahr, dass KI etablierte Finanzdatenangebote verändert. Die hohe Profitabilität und planbaren Abonnementerlöse verhindern zugleich, dass die Bewertung auf das Niveau zyklischer IT-Anbieter fällt.

Warum wir die FactSet-Aktie aktuell spannend finden

FactSets wichtigste Stärke ist die tiefe Einbindung seiner Daten und Anwendungen in die Arbeitsabläufe von Investmenthäusern. Ein Wechsel verursacht Aufwand und Risiken, während laufende Abonnements gut kalkulierbare Erlöse liefern. Zuletzt beschleunigte sich das organische Wachstum des jährlichen Vertragswerts. Neue KI-Funktionen können außerdem den Nutzen der Plattform erhöhen und zusätzliche Preispunkte ermöglichen.

Die niedrige Bewertung macht FactSets bewährte Ertragsqualität besonders interessant. KI-Wettbewerb und Investitionen können die Margen vorübergehend belasten. Gelingen jedoch neue Datenprodukte, stabilere Margen und weiteres Vertragswachstum, besteht neben dem Gewinnzuwachs Potenzial für eine Neubewertung. Die Renditeerwartung von 13,2 % p. a. rechtfertigt aus unserer Sicht einen Kauf.

4. UnitedHealth Aktie

Name
UnitedHealth
Logo
WKN
869561
Kurs
388,61 USD
Marktkap. in Mrd. USD
348,8
Land
USA
Sektor
Gesundheit
KGV 2026e
19,6
Dividendenrendite
2,4 %
Umsatzwachstum 10J
11,0 % p.a.
EBIT-Marge 2025
4,8 %
Renditeerwartung
13,0 %p.a.
UnitedHealth Geschäftsmodell

Unternehmen und Marktstellung. UnitedHealth Group verbindet mit UnitedHealthcare einen großen US-Krankenversicherer und mit Optum einen breit aufgestellten Gesundheitsdienstleister. UnitedHealthcare betreute 2025 rund 49,8 Millionen Menschen. Optum erreichte über seine Angebote mehr als 123 Millionen. Medizinische Daten, Vertragsnetze und die Verzahnung beider Bereiche schaffen hohe Markteintrittsbarrieren.

Zentrales Geschäftsmodell. UnitedHealthcare nimmt Versicherungsprämien ein und trägt die entstehenden Behandlungskosten. Optum bietet medizinische Versorgung, Gesundheitssoftware, Abrechnungslösungen und Arzneimitteldienstleistungen an. Verträge mit Arbeitgebern, Privatkunden und staatlichen Programmen bringen wiederkehrende Einnahmen. Die Marge hängt davon ab, ob Prämien und Vergütungen die tatsächlichen Gesundheitskosten ausreichend abdecken.

Perspektiven und Entwicklung. Alternde Bevölkerung, chronische Erkrankungen und mehr ambulante Versorgung stützen die Nachfrage. Kurzfristig belasten jedoch hohe Behandlungskosten, Probleme bei Optum Health und die Folgen des Cyberangriffs auf Change Healthcare. Zugleich wächst der politische Druck auf Arzneimittelmanager und vertikal integrierte Gesundheitskonzerne. Preisgestaltung, Kostenkontrolle und Vertrauen bestimmen die weitere Erholung.

Kennzahlen

Umsatzwachstum. UnitedHealth steigerte den Umsatz zwischen 2015 und 2025 durchschnittlich um 11,0 % jährlich. Das Wachstum beruhte auf steigenden Versicherungsbeiträgen, höheren Mitgliederzahlen und dem Ausbau von Optum. Auch Übernahmen verbreiterten das Leistungsangebot. Langfristig bleibt die Gesundheitsnachfrage robust, während Regulierung und staatliche Vergütungssätze das Tempo beeinflussen.

Operative Gewinnmarge. Die EBIT-Marge fiel 2025 auf 4,8 % und damit deutlich unter das Niveau der Vorjahre. Höhere Behandlungskosten, Belastungen im staatlich finanzierten Versicherungsgeschäft sowie operative Probleme drückten auf das Ergebnis. Das breite Geschäftsmodell stabilisiert zwar die Erträge, kann eine steigende medizinische Kostenquote aber nur teilweise ausgleichen.

Bilanz. UnitedHealth weist ein Verhältnis von Net Debt zu EBITDA von 2,1 auf. Die Verschuldung liegt damit unterhalb unserer Obergrenze von 3, ist für einen regulierten Gesundheitskonzern aber nicht bedeutungslos. Starke Mittelzuflüsse stützen den Schuldendienst. Akquisitionen, Kapitalanforderungen und höhere Leistungsausgaben beanspruchen zugleich einen erheblichen Teil des finanziellen Spielraums.

Dividende. UnitedHealth bietet eine Dividendenrendite von 2,4 %. Die jährliche Ausschüttung wurde 2026 trotz operativer Belastungen um 5 % auf 9,28 USD je Aktie angehoben. Durch den Gewinnrückgang ist die Ausschüttungsquote auf mehr als 50 % gestiegen. Die Dividende bleibt damit finanzierbar, künftige Steigerungen dürften jedoch stärker von einer Erholung der Profitabilität abhängen.

Bewertung

Ein erwartetes KGV von 19,6 für 2026 signalisiert bei UnitedHealth bereits Vertrauen in die operative Erholung. Nach erhöhten Behandlungskosten und einem schwachen Vorjahr bezahlen Anleger wieder für die Größe des Konzerns, seine breite Datenbasis und die Verbindung von Versicherung und Gesundheitsdiensten. Der Bewertungsansatz ist damit vernünftig, lässt aber nur begrenzten Raum für neue Rückschläge.

Warum wir die UnitedHealth-Aktie aktuell spannend finden

UnitedHealth kann Probleme im Versicherungsgeschäft teilweise durch Optum abfedern. Die Kombination aus Leistungsfinanzierung, Versorgung, Arzneimitteldiensten und Datenanalyse schafft Skalenvorteile, die kleineren Wettbewerbern fehlen. Im zweiten Quartal 2026 verbesserten sich Ergebnis und Ausblick. Werden Tarife konsequenter an die medizinischen Kosten angepasst, dürfte sich die Ertragskraft weiter normalisieren.

Nach dem Vertrauensverlust bietet UnitedHealth wieder ein überzeugendes Verhältnis von Preis und Erholungspotenzial. Medizinische Kosten und Regulierung bleiben relevant, sind in der Bewertung aber teilweise berücksichtigt. Verbesserte Tarife, operative Straffungen und ein stärkeres Optum könnten den Gewinn normalisieren. Mit einer Renditeerwartung von 13,0 % p. a. macht dies die Aktie für uns derzeit kaufenswert.

5. Salesforce Aktie

Name
Salesforce Aktie
Logo
WKN
A0B87V
Kurs
206,09 USD
Marktkap. in Mrd. USD
168,3
Land
USA
Sektor
IT
KGV 2026e
14,6
Dividendenrendite
0,9 %
Umsatzwachstum 10J
20,1 % p.a.
EBIT-Marge 2025
21,5 %
Renditeerwartung
11,9 %p.a.
Salesforce Geschäftsmodell

Unternehmen und Marktstellung. Salesforce ist vom Anbieter digitaler Vertriebssoftware zu einer Plattform für Kundenbeziehungen und Unternehmensdaten gewachsen. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte der Konzern 41,5 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das Angebot umfasst Vertrieb, Service, Marketing, Handel, Datenanalyse und Slack. Die große Kundenbasis, zahlreiche Partner und eng verbundene Anwendungen erhöhen die Wechselkosten.

Zentrales Geschäftsmodell. Rund 95 % der Erlöse stammen aus Abonnements und Support. Kunden zahlen meist im Voraus und nutzen die Cloud-Anwendungen über längere Vertragszeiträume. Ende Januar 2026 lagen noch 72,4 Milliarden US-Dollar an vereinbarten, nicht realisierten Leistungen vor. Neue Kunden, zusätzliche Nutzer und weitere Module sorgen für Wachstum und machen die Einnahmen gut planbar.

Perspektiven und Entwicklung. Agentforce soll autonome KI-Agenten in betriebliche Abläufe einbinden. Data 360 und Informatica liefern dafür vereinheitlichte und kontrollierbare Unternehmensdaten. Daraus können neue nutzungsabhängige Erlöse entstehen. Noch ist unklar, wie schnell Kunden solche Angebote skalieren und welche Preise sie akzeptieren. Zudem verschärfen Microsoft, Oracle, ServiceNow und neue KI-Anbieter den Wettbewerb.

Kennzahlen

Umsatzwachstum. Salesforce erhöhte den Umsatz von 2015 bis 2025 im Durchschnitt um 20,1 % pro Jahr. Neben dem organischen Ausbau des Cloudgeschäfts prägten große Übernahmen wie MuleSoft, Tableau und Slack diese Entwicklung. Mit zunehmender Größe verlangsamt sich das Wachstum. Zusätzliche Erlöse sollen vor allem aus KI-Produkten, höheren Vertragswerten und einem breiteren Plattformverkauf entstehen.

Operative Gewinnmarge. Nach Jahren mit niedriger ausgewiesener Profitabilität erreichte Salesforce 2025 eine EBIT-Marge von 21,5 %. Kostendisziplin, Stellenabbau und der hohe Anteil skalierbarer Abonnementerlöse ermöglichten den deutlichen Anstieg. Weitere Verbesserungen bleiben möglich, müssen aber gegen Investitionen in KI-Infrastruktur, Vertrieb und Produktentwicklung abgewogen werden.

Bilanz. Das Verhältnis von Net Debt zu EBITDA beträgt lediglich 0,4 und signalisiert eine geringe Nettoverschuldung. Damit besitzt Salesforce grundsätzlich genügend Mittel für Investitionen und Ausschüttungen. S&P bestätigt das Long-Term Rating mit A+, senkte den Ausblick wegen möglicher aggressiver Aktienrückkäufe und einer höheren Verschuldung jedoch auf negativ.

Dividende. Mit einer Dividendenrendite von 0,9 % ist Salesforce noch kein klassischer Einkommenswert. Bei einer Ausschüttungsquote von rund 19 % besteht grundsätzlich viel Wachstumsspielraum. Vorrang besitzen allerdings weiterhin Aktienrückkäufe, für die ein Programm über 50 Mrd. USD genehmigt wurde.

Bewertung

Salesforce wird für 2026 nur mit einem erwarteten KGV von 14,6 bewertet. Der Markt honoriert die stark gestiegene Profitabilität damit kaum und bleibt wegen des langsameren organischen Wachstums, großer Übernahmen und unsicherer KI-Effekte vorsichtig. Für einen führenden Anbieter geschäftskritischer Abonnementsoftware wirkt das moderat, sofern die Wachstumsbelebung nicht überwiegend aus Informatica stammt.

Warum wir die Salesforce-Aktie aktuell spannend finden

Die breite Kundenbasis bietet Salesforce erhebliche Möglichkeiten für Zusatzverkäufe. Unternehmen können Vertrieb, Service, Daten, Slack und KI-Anwendungen auf einer Plattform verbinden, während mehrjährige Verträge die Erlöse stabilisieren. Der wachsende Auftragsbestand und die steigende Nutzung von Agentforce sprechen dafür, dass KI nicht nur bestehende Produkte ergänzt, sondern mittelfristig neue Umsätze schaffen kann.

Die Kombination aus niedriger Bewertung, hohen Cashflows und KI-Potenzial macht Salesforce derzeit kaufenswert. Die Integration von Informatica und die Monetarisierung von Agentforce müssen gelingen. Schon eine moderate Beschleunigung des organischen Wachstums könnte jedoch eine Neubewertung anstoßen. Eine erwartete Rendite von 11,9 % p. a. bietet gemessen an der starken Marktstellung eine überzeugende Renditeperspektive.

Über die Autoren

Ibo Ahmiane (ProfessorFinanzen)

Einer der größten Finanz-Influencer & Investor

Vom normalen Bankangestellten zu einem der erfolgreichsten Finfluencer. Ibo spricht auf seinen Social Media Kanälen über finanzielle Bildung und erreicht dort schon über 2,2 Millionen Menschen. Durch seine Arbeit in der Bank musste er immer wieder feststellen, dass die meisten Menschen keine Ahnung davon haben, wie sie richtig mit ihrem Geld umgehen. Unser Bildungssystem hat scheinbar keinen Platz für Finanzbildung und das will er ändern. Ibo selbst hat im Alter von 28 Jahren bereits über 1.000.000€ investiert.

Haftungsausschluss und Transparenzhinweis

Sämtliche Inhalte dieser Analyse stellen journalistische Publikationen dar. Sie dienen ausschließlich Informations- und Lernzwecken und stellen keine Handlungsempfehlung hinsichtlich des Kaufs oder Verkaufs von Wertpapieren dar. Die Inhalte wurden sorgfältig nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, es kann jedoch keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernommen werden. Es wurden ausschließlich Informationen berücksichtigt, die den Autoren zum Stand der Veröffentlichung bekannt gewesen sind.

Alle Inhalte geben ausnahmslos und zu jeder Zeit die persönliche Meinung und Einschätzung der Autoren wieder. Ein Handel mit Wertpapieren wie z. B. Aktien ist mit Chancen, aber auch mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden und erfolgt auf eigene Verantwortung. Die Autoren übernehmen keine Haftung für Schäden und Verluste, die sich aus einer Handlung auf Basis der zur Verfügung gestellten Informationen ergeben. Die Autoren halten zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels die Aktie von Chipotle Mexican Grill, Domino’s Pizza, UnitedHealth und Salesforce.

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Benjamin Franzil

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