.avif)
Booking Holdings Aktienanalyse
.webp)
Einleitung
Hotels, Flüge und Mietwagen auf einer Plattform. Booking Holdings ist der weltweit führende Anbieter für Online-Reisen. Allein 2025 wurden über die Plattformen des Konzerns rund 1,2 Milliarden Übernachtungen gebucht. Hinter bekannten Marken wie Booking.com, Priceline, Agoda und KAYAK steckt ein hochprofitables Geschäftsmodell, das mit jeder zusätzlichen Buchung weiter an Stärke gewinnt.
Vom Hotelportal zum digitalen Reisebegleiter. Booking möchte künftig nicht nur einzelne Unterkünfte vermitteln, sondern die gesamte Reise organisieren. Flüge, Mietwagen, Restaurants und Aktivitäten sollen zu einer zusammenhängenden Reise verbunden werden. Gleichzeitig sorgen das Kundenprogramm Genius, mehr Direktbuchungen und die eigene App für zusätzliche Chancen. Doch Google und neue KI-Reiseassistenten könnten Booking den direkten Zugang zum Kunden streitig machen.
Eine große Chance nach dem Kursrückgang? Das Reisegeschäft wächst weiter und Booking verdient so viel Geld wie nie zuvor. Trotzdem steht die Aktie wegen künstlicher Intelligenz, geopolitischer Risiken und eines langsameren Wachstums unter Druck. Ist der Markt zu vorsichtig geworden oder gerät das bisher so starke Geschäftsmodell tatsächlich ins Wanken? Unsere Analyse zeigt dir, ob die Booking-Aktie aktuell eine attraktive Chance für dein Depot bietet.

Inhaltsverzeichnis
- Geschichte
- Management & Aktionärsstruktur
- Geschäftsmodell3.1 Grundlagen zum Geschäftsmodell
3.2 Geschäftsmodell im Detail - Branche4.1 Markt für Online-Reisebuchungen
4.2 Wettbewerbsvergleich - Kennzahlen5.1 AktienInsight-Rating
5.2 Umsatzentwicklung
5.3 EBIT und Free Cash Flow
5.4 Ausschüttungen
5.5 Bilanzanalyse - Chancen & Risiken6.1 Chancen
6.2 Risiken - Bewertung7.1 Historische Bewertung
7.2 Rendite basierend auf KGV - Fazit

Geschichte

Management & Aktionärsstruktur

Glenn Fogel
Glenn Fogel (64) ist seit Januar 2017 der CEO und Präsident von Booking Holdings. Seit Juni 2019 leitet er zusätzlich Booking.com. Er kam bereits im Jahr 2000 zum damaligen Priceline-Konzern und kennt das Unternehmen damit aus verschiedenen Entwicklungsphasen, vom ursprünglichen US-Reiseportal bis zum weltweit führenden Anbieter für Online-Reisen.
Vor seiner Ernennung zum CEO verantwortete Fogel zunächst die weltweite Unternehmensentwicklung sowie später Strategie und Planung. In diesen Funktionen war er an wichtigen Übernahmen beteiligt, darunter Booking.com, Agoda, KAYAK, Rentalcars.com und OpenTable. Damit wirkte er maßgeblich am Wandel vom amerikanischen Buchungsportal zu einem breit aufgestellten internationalen Reiseökosystem mit.
Vor seinem Wechsel zu Booking arbeitete Fogel als Investmentbanker mit Schwerpunkt Luftfahrt und anschließend als Händler bei einer globalen Vermögensverwaltung. Er besitzt einen Bachelor of Science in Economics von der Wharton School der University of Pennsylvania und einen Abschluss der Harvard Law School. Während seiner Amtszeit treibt er vor allem den „Connected Trip“, Direktbuchungen und den Einsatz künstlicher Intelligenz voran.
Vergütung
Glenn Fogels Gehalt hat 4 wesentliche Bestandteile:
- 4 % Festgehalt. Als CEO erhält Fogel ein Grundgehalt von 1,25 Mio. US Dollar.
- 9 % 1-Jahres-Bonus. Im Normalfall beträgt der Bonus 2,5 Mio. US Dollar und damit 200 % des Festgehalts. Er basiert zu gleichen Teilen auf Umsatz und Compensation EBITDA. Werden die Ziele deutlich übertroffen, kann der Bonus bis auf 5,0 Mio. US Dollar steigen. 2025 lagen Umsatz und Compensation EBITDA über den Zielwerten, weshalb Fogel 1,62-mal den Zielbonus und damit rund 4,04 Mio. US Dollar erhielt.
- 52 % 3-Jahres-Performance-Aktien. Der größte Teil der Vergütung hängt von der langfristigen Entwicklung von Booking ab. Die Aktien werden nach drei Jahren abhängig von Umsatz und Compensation EBITDA zugeteilt. Zusätzlich wird die relative Aktienrendite gegenüber Wettbewerbern berücksichtigt. Bei durchschnittlicher Zielerreichung erhält Fogel den vorgesehenen Zielwert. Bei sehr guter Entwicklung kann die Auszahlung bis auf das Doppelte steigen. Entwickelt sich die Aktie über drei Jahre negativ, ist die Auszahlung auf maximal 100 % des Zielwerts begrenzt.
- 35 % zeitbasierte Aktien. Dieser Teil wird unabhängig von zusätzlichen Leistungszielen über drei Jahre übertragen, solange Fogel für Booking arbeitet. Der Wert hängt allerdings weiterhin vom Aktienkurs ab. 2025 lag der Zuteilungswert bei rund 10 Mio. US Dollar.
Bei normaler Zielerreichung liegt Fogels jährliche Zielvergütung damit bei rund 29 Mio. US Dollar. Bei einer deutlich überdurchschnittlichen Entwicklung von Umsatz, Compensation EBITDA und Aktienkurs kann seine Vergütung erheblich höher ausfallen. Der tatsächlich ausgewiesene Betrag lag 2025 bei 35,42 Mio. US Dollar, wobei darin rund 3,92 Mio. US Dollar außergewöhnliche sonstige Vergütung enthalten waren.
Das Vergütungsprogramm gefällt uns insgesamt gut. Nur rund 4 % der Zielvergütung sind fest, während der Großteil vom Unternehmenserfolg und Aktienkurs abhängt. Positiv finden wir insbesondere, dass die Performance-Aktien über drei Jahre an Umsatz, operative Ertragskraft und Aktienrendite gekoppelt sind und eine überdurchschnittliche Vergütung damit eine entsprechend starke Unternehmensentwicklung voraussetzt. Etwas weniger überzeugend sind die zeitbasierten Aktien, die keine zusätzlichen Leistungsziele enthalten. Insgesamt sind die Interessen des CEO und der Aktionäre aber gut miteinander verbunden.
Aktionärsstruktur
Booking Holdings hat keinen klassischen Ankeraktionär. Die größten Anteilseigner sind Vanguard, BlackRock und State Street. Dabei handelt es sich vor allem um große Vermögensverwalter, die viele Aktien über Indexfonds und ETFs halten. Sie geben dem Unternehmen daher keine klare strategische Richtung. Über ihre Stimmrechte können sie bei wichtigen Entscheidungen trotzdem Einfluss auf Governance und Unternehmensführung nehmen.
CEO Glenn Fogel hält Booking-Aktien im Wert von rund 92,4 Mio. US Dollar. Sein prozentualer Anteil fällt mit 0,07 % zwar klein aus, der Geldwert der Position ist aber sehr hoch. Ein erheblicher Teil seines Vermögens hängt damit von der langfristigen Entwicklung der Aktie ab. Dadurch sitzt er mit den Aktionären im selben Boot und hat einen starken finanziellen Anreiz, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern.

.jpg)
Geschäftsmodell
Grundlagen zum Geschäftsmodell
Booking Holdings betreibt mehrere digitale Plattformen rund um Reisen und Gastronomie. Dazu gehören Booking.com, Priceline, Agoda, KAYAK und OpenTable. Über diese Marken können Kunden Unterkünfte, Flüge, Mietwagen, Restaurants und weitere Reiseleistungen suchen und buchen. Der Konzern bringt dabei Reisende mit Hotels, Vermietern, Airlines, Mietwagenfirmen und anderen Anbietern zusammen.
Der wichtigste Teil des Geschäfts sind Unterkunftsbuchungen. Booking verdient an fast jeder vermittelten Reservierung eine Provision oder eine andere Gebühr. Besonders wichtig ist Booking.com, das den größten Teil der Merchant-Umsätze und fast sämtliche Agency-Umsätze liefert. Hotels und Ferienwohnungen bleiben damit klar das wirtschaftliche Zentrum des Konzerns.
Booking nutzt zwei unterschiedliche Abrechnungsmodelle. Beim Agency-Modell bezahlt der Kunde direkt beim Anbieter und Booking erhält anschließend eine Provision. Beim Merchant-Modell läuft die Zahlung über Booking. Dadurch kontrolliert der Konzern den Zahlungsprozess stärker und kann zusätzliche Gebühren, Zahlungsdienstleistungen und Versicherungen anbieten. Gleichzeitig entstehen höhere Kosten für Zahlungsabwicklung, Betrugsschutz und Rückbuchungen.
Neben den eigentlichen Buchungen verdient Booking auch mit Werbung und Software. KAYAK erhält Geld für Weiterleitungen und Werbeplätze. OpenTable erzielt Umsätze mit Restaurantreservierungen und Abonnements für Restaurantsoftware. Hinzu kommen Werbeeinnahmen auf weiteren Plattformen sowie Erlöse aus Zahlungsabwicklung, Reiseversicherungen und anderen Zusatzleistungen.
Das Geschäftsmodell ist vergleichsweise kapitalarm. Booking besitzt die vermittelten Hotels, Ferienwohnungen oder Flugzeuge in der Regel nicht selbst. Der Konzern stellt vor allem die Plattform, Reichweite, Zahlungsabwicklung und Technologie bereit. Dadurch kann das Geschäft mit steigenden Buchungszahlen wachsen, ohne dass Booking selbst große Mengen an Immobilien oder Fahrzeugen finanzieren muss.
Langfristig will Booking mehr als nur einzelne Buchungen vermitteln. Unter dem Begriff „Connected Trip“ sollen Unterkunft, Flug, Mietwagen, Aktivitäten und Bezahlung stärker miteinander verbunden werden. Die App, das Genius-Treueprogramm und künstliche Intelligenz sollen Kunden häufiger direkt zu Booking bringen. Das könnte die Kundenbindung verbessern und die Abhängigkeit von bezahlter Werbung verringern.
Geschäftsmodell im Detail
Booking weist Merchant, Agency sowie Werbung und sonstige Umsätze als Umsatzarten aus. Es handelt sich dabei nicht um eigenständige Geschäftssegmente. Eine separate EBIT-Marge veröffentlicht Booking deshalb nicht. Konzernweit lag die operative GAAP-Marge 2025 bei 32,8 %.
Merchant-Umsätze (66,0 %)
Das Merchant-Modell ist inzwischen der mit Abstand wichtigste Umsatzbereich. Der Kunde bezahlt direkt über Booking, anschließend leitet der Konzern den vereinbarten Betrag an das Hotel oder den anderen Leistungspartner weiter. Booking verdient dabei an Provisionen, der Zahlungsabwicklung und Zusatzleistungen wie Reiseversicherungen. Der größte Teil stammt weiterhin aus Unterkunftsbuchungen über Booking.com.
2025 stiegen die Merchant-Umsätze um 25,5 % auf 17,8 Mrd. US Dollar. Gleichzeitig erhöhte sich der Merchant-Anteil an den gesamten Bruttobuchungen von 63 % auf 70 %. Booking gewinnt dadurch mehr Kontrolle über Preise, Zahlungsmethoden und den gesamten Buchungsprozess. Allerdings steigen auch die Kosten für Zahlungsabwicklung, Betrugsfälle und Rückbuchungen.
Agency-Umsätze (29,6 %)
Beim Agency-Modell vermittelt Booking lediglich zwischen dem Reisenden und dem Anbieter. Der Kunde bezahlt normalerweise direkt beim Hotel, während Booking anschließend eine Provision erhält. Dieses Modell ist einfacher und verursacht weniger Kosten für die Zahlungsabwicklung. Fast sämtliche Agency-Umsätze stammen aus Unterkunftsbuchungen über Booking.com.
Die Agency-Umsätze gingen 2025 um 6,5 % auf knapp 8,0 Mrd. US Dollar zurück. Das liegt nicht an einem Einbruch der Buchungsnachfrage, sondern vor allem an der bewussten Umstellung auf das Merchant-Modell. Booking tauscht damit ein einfacheres Vermittlungsmodell gegen mehr Kontrolle über die Kundenbeziehung und zusätzliche Umsatzmöglichkeiten.
Werbung und sonstige Umsätze (4,4 %)
Dieser Bereich umfasst vor allem Werbeerlöse und Vermittlungsgebühren von KAYAK. OpenTable verdient zudem an Restaurantreservierungen und Software-Abonnements für Restaurants. Hinzu kommen Werbeplatzierungen auf weiteren Plattformen sowie kleinere Dienstleistungen. Damit ist dieser Bereich breiter aufgestellt, wirtschaftlich aber deutlich weniger bedeutend als das Unterkunftsgeschäft.
Die Umsätze stiegen 2025 um 11,3 % auf knapp 1,2 Mrd. US Dollar. Das Wachstum kam vor allem von OpenTable und höheren Werbeerlösen bei Booking.com. Der Bereich bietet zusätzliche Einnahmequellen außerhalb klassischer Reiseprovisionen, bleibt mit weniger als 5 % des Konzernumsatzes aber ein ergänzendes Geschäft.
Über alle Umsatzarten hinweg stieg der Konzernumsatz von 11,0 Mrd. US Dollar im Jahr 2021 auf 26,9 Mrd. US Dollar im Jahr 2025. Das entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von rund 25 % pro Jahr. Ein Teil davon ist allerdings auf die Erholung des Reisegeschäfts nach der Pandemie zurückzuführen.

Auf eine eigene Grafik zur Länderverteilung verzichten wir bewusst. Im Geschäftsbericht werden rund 80,6 % des Umsatzes einer niederländischen Konzerngesellschaft zugerechnet. Diese Zahl sagt jedoch wenig über die tatsächliche Herkunft der Kunden oder die Reiseziele aus, da selbst viele Buchungen in den USA dem Auslandsgeschäft zugeordnet werden. Für die Analyse ist daher wichtiger, Booking als globales Unternehmen mit starker Stellung in Europa sowie weiterem Wachstumspotenzial in Asien und den USA einzuordnen.
Booking will sich langfristig stärker zwischen den Reisenden und die einzelnen Anbieter einer Reise schieben. Statt nur eine Unterkunft zu vermitteln, sollen Flüge, Mietwagen, Aktivitäten und Zahlungen enger miteinander verbunden werden. Der sogenannte Connected Trip soll dadurch den Umsatz je Reise erhöhen und gleichzeitig dafür sorgen, dass Kunden häufiger innerhalb des Booking Ökosystems bleiben.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf künstlicher Intelligenz und Direktbuchungen. KI soll Suche, Planung und Kundenservice persönlicher und effizienter machen. Gleichzeitig versucht Booking, mehr Nutzer direkt über App und Webseite zu gewinnen. Das ist strategisch wichtig, weil dadurch die Abhängigkeit von Google und anderen bezahlten Vertriebskanälen sinken kann.
Auch die Zahlungsabwicklung wird zunehmend selbst übernommen. 2025 liefen bereits rund 70 % der Bruttobuchungen über das Merchant-Modell. Booking erhält dadurch mehr Kontrolle über Zahlungsmethoden, Währungen und Zusatzleistungen. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Kosten für Zahlungsabwicklung, Betrugsfälle und Rückbuchungen. Der Ausbau stärkt also das Ökosystem, erhöht aber auch die operative Komplexität.
Zusätzlich investiert Booking in neue Wachstumsmärkte und ein breiteres Angebot. Europa bleibt der wichtigste Markt, während vor allem Asien und die USA weiteres Potenzial bieten. Parallel sollen Ferienwohnungen, Flüge und Aktivitäten stärker wachsen. Ein laufendes Effizienzprogramm soll dabei jährlich rund 550 Mio. US Dollar einsparen und Spielraum für neue Investitionen schaffen.

Nachdem Booking seine Plattform immer stärker zu einem umfassenden Reiseökosystem ausbaut, wird künstliche Intelligenz zu einem wichtigen Baustein des Geschäftsmodells. Sie soll dabei helfen, Suchanfragen besser zu verstehen, relevantere Angebote anzuzeigen und die Reiseplanung einfacher zu machen. Dadurch kann Booking die Nutzererfahrung verbessern und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass aus einer Suche tatsächlich eine Buchung entsteht.
Besonders wichtig ist der Effekt auf Direktbuchungen. Je besser Booking die Bedürfnisse seiner Nutzer erkennt und passende Angebote ausspielt, desto attraktiver werden App und Webseite als direkter Einstiegspunkt. Wiederkehrende Kunden müssen dann seltener über Google oder andere bezahlte Kanäle zurückgewonnen werden. Das kann langfristig die Kundenbindung stärken und die hohen Marketingausgaben effizienter machen.
KI kommt aber nicht nur auf der Kundenseite zum Einsatz. Auch Preise, Verfügbarkeiten und Angebote können mithilfe großer Datenmengen besser gesteuert werden. Im Marketing lassen sich Zielgruppen gezielter ansprechen und personalisierte Inhalte ausspielen. Zusätzlich können automatisierte Assistenten einen größeren Teil der Kundenanfragen beantworten und dadurch den manuellen Aufwand im Support reduzieren.
Für Booking ist KI deshalb mehr als nur ein zusätzliches digitales Werkzeug. Sie kann mehrere zentrale Stellschrauben des Geschäftsmodells gleichzeitig verbessern. Entscheidend wird sein, ob Booking die Technologie so integriert, dass Nutzer weiterhin direkt auf der eigenen Plattform suchen und buchen. Gelingt das, kann KI sowohl Wachstum als auch Effizienz fördern und die Position von Booking zwischen Reisenden und Reiseanbietern weiter stärken.

Fazit zum Geschäftsmodell
Booking Holdings verfügt über ein stark skalierbares Plattformmodell, das vor allem von Unterkunftsbuchungen getragen wird. Mit dem Ausbau des Merchant-Modells, mehr Direktbuchungen und dem Connected Trip versucht der Konzern, mehr Teile der Reise selbst abzudecken. Das erhöht die Kontrolle über die Kundenschnittstelle und eröffnet zusätzliche Erlösquellen, macht das Geschäftsmodell aber gleichzeitig komplexer und teilweise kostenintensiver.
Aus Investorensicht überzeugt vor allem die Kombination aus globaler Reichweite, hoher Markenbekanntheit und zunehmender Kundenbindung über App, Genius und KI. Gelingt es Booking, Direktverkehr weiter auszubauen und die Abhängigkeit von Google zu reduzieren, dürfte das Geschäftsmodell langfristig noch profitabler und widerstandsfähiger werden. Besonders wichtig bleibt dabei, dass neue Angebote und Zahlungsdienste nicht nur den Umsatz, sondern auch den Gewinn nachhaltig steigern.

Branche
Markt für Online-Reisebuchungen
Der weltweite Markt für Online-Reisebuchungen hat sich seit dem pandemiebedingten Einbruch stark erholt. Das Marktvolumen stieg von rund 390 Mrd. US Dollar im Jahr 2020 auf etwa 1,07 Bio. US Dollar im Jahr 2025. Das entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von rund 22,4 % pro Jahr, wobei ein großer Teil dieser Dynamik auf die Normalisierung des Reiseverkehrs nach der Pandemie zurückzuführen ist.
Für die kommenden Jahre dürfte sich das Wachstum deutlich normalisieren, aber weiterhin attraktiv bleiben. Bis 2028 soll der Markt auf rund 1,39 Bio. US Dollar steigen. Ausgehend von 2025 entspricht das einem jährlichen Wachstum von etwa 9,2 %. Damit wächst der Markt weiterhin klar schneller als viele klassische Konsumbranchen und bietet Booking auch ohne zusätzliche Marktanteilsgewinne einen strukturellen Rückenwind.
Ein wichtiger Wachstumstreiber ist die fortschreitende Digitalisierung von Reisebuchungen. Immer mehr Kunden buchen Hotels, Flüge und Mietwagen direkt über Apps und Onlineplattformen. Gleichzeitig steigen weltweit die Reiseausgaben, insbesondere in Asien und anderen wachsenden Regionen. Auch alternative Unterkünfte und zusätzliche Reiseleistungen wie Aktivitäten oder Flughafentransfers erweitern den adressierbaren Markt für Plattformen wie Booking.
Der Markt bietet gleichzeitig attraktive Skaleneffekte. Große Plattformen können ein breites Angebot mit Millionen von Reisenden verbinden und dadurch Netzwerkeffekte aufbauen. Je mehr Kunden eine Plattform nutzen, desto wichtiger wird sie auch für Hotels und andere Anbieter. Diese Größe hilft etablierten Unternehmen zudem dabei, hohe Investitionen in Technologie, Marketing, Zahlungssysteme und künstliche Intelligenz über eine große Zahl von Buchungen zu verteilen.
Risiken entstehen vor allem durch die hohe Wettbewerbsintensität und Veränderungen bei der Kundengewinnung. Booking konkurriert mit Expedia, Trip.com und Airbnb, aber auch mit direkten Buchungsangeboten von Hotels und Airlines. Zusätzlich könnten Google und neue KI-Assistenten künftig stärker zwischen Reisende und Buchungsplattformen treten. Für Marktführer wird deshalb entscheidend, Kunden stärker an die eigenen Apps und Treueprogramme zu binden.

Trotz des starken Marktwachstums bleibt der Online-Reisebuchungsmarkt vergleichsweise fragmentiert. Booking ist mit rund 17 % der größte einzelne Anbieter, gefolgt von Trip.com mit etwa 14 %, Expedia mit rund 11 % und Airbnb mit etwa 9 %. Keines der Unternehmen kontrolliert den Markt allein, was zeigt, dass selbst die größten Plattformen weiterhin um Kunden, Anbieter und Direktbuchungen konkurrieren müssen.
Ein großer Teil des Marktes entfällt weiterhin auf kleinere Plattformen und direkte Onlinebuchungen bei Hotels, Airlines und anderen Reiseanbietern. Diese machen zusammen knapp die Hälfte des gesamten Buchungsvolumens aus. Für Booking entsteht daraus weiteres Marktanteilspotenzial, gleichzeitig bleiben direkte Buchungskanäle wichtige Konkurrenten, da Hotels und Airlines versuchen, Provisionen zu sparen und Kunden stärker an die eigenen Plattformen zu binden.
Booking profitiert dabei von seiner globalen Reichweite, einem sehr breiten Unterkunftsangebot und der starken Stellung in Europa. Besonders interessant ist aus Investorensicht, dass weiteres Wachstum nicht zwingend große Marktanteilsgewinne voraussetzt. Bereits ein wachsender Gesamtmarkt bietet Rückenwind. Zusätzliche Marktanteile durch Direktbuchungen, Connected Trip und stärkere Positionen in Asien und den USA könnten das Wachstum darüber hinaus beschleunigen.

Wettbewerbsvergleich
Expedia Group
Expedia Group ist der direkteste Wettbewerber von Booking Holdings. Zum Konzern gehören unter anderem Expedia, Hotels.com und Vrbo. Neben dem klassischen Endkundengeschäft verfügt Expedia über ein stark wachsendes B2B-Geschäft, über das Hotels und andere Reiseleistungen an externe Plattformen und Reiseanbieter vermittelt werden. Im zweiten Quartal 2026 wuchs dieser Bereich bei den Bruttobuchungen um 21 %.
Im Vergleich zu Booking ist Expedia stärker als Technologie- und Vertriebspartner für andere Unternehmen positioniert. Booking konzentriert sich stärker darauf, Reisende direkt auf die eigenen Plattformen zu ziehen und dort möglichst viele Reiseleistungen zu verkaufen. Expedia baut dagegen seine B2B-Infrastruktur gezielt aus. Mit der geplanten Übernahme von CarTrawler und der KI-Plattform Layla soll dieses Ökosystem zusätzlich erweitert werden.
Bei den Kennzahlen überzeugt Expedia vor allem mit seiner günstigen Bewertung. Das KUV für 2026 liegt bei 2,38 und das KGV bei 15,6. Damit ist die Aktie deutlich günstiger als Booking. Gleichzeitig liegen Umsatzwachstum und EBIT-Marge klar niedriger. Expedia wirkt deshalb eher wie die günstigere Alternative, während Booking bei Wachstum und Profitabilität die höhere Qualität bietet.
Airbnb
Airbnb ist vor allem für die Vermittlung privater Ferienwohnungen und außergewöhnlicher Unterkünfte bekannt. Anders als Booking entstand das Unternehmen nicht aus der klassischen Hotelvermittlung, sondern aus einem Netzwerk privater Gastgeber. Inzwischen erweitert Airbnb das Angebot um Experiences und Services. Mehr als 5,5 Mio. Gastgeber haben mittlerweile über 2,5 Mrd. Gästeankünfte ermöglicht.
Der wichtigste Unterschied zu Booking liegt im Angebot und in der Kundenakquise. Airbnb ist wesentlich stärker auf alternative Unterkünfte fokussiert und besitzt eine sehr starke Verbrauchermarke mit hohem Direktverkehr. Booking bietet dagegen eine deutlich breitere Auswahl klassischer Hotels und baut zusätzlich Flüge, Mietwagen und Aktivitäten aus. Dadurch ist Booking stärker als umfassende Reiseplattform positioniert, während Airbnb bislang stärker rund um Unterkunft und lokale Erlebnisse organisiert ist.
Airbnb sticht mit einem erwarteten Umsatzwachstum von 12,4 % pro Jahr hervor und verfügt zudem über keine Nettoschulden. Die EBIT-Marge von 20,8 % ist ebenfalls stark. Dafür zahlen Anleger einen hohen Preis. Das KGV 2026 liegt bei 35,5 und das KUV bei 7,70. Damit ist Airbnb im Vergleich das mit Abstand teuerste Unternehmen und muss entsprechend hohe Wachstumserwartungen erfüllen.
Trip.com Group
Trip.com Group ist besonders stark in China und weiteren asiatischen Märkten. Das Unternehmen vermittelt Unterkünfte, Flugtickets, Bahnreisen, Pauschalreisen und Geschäftsreisen und verfolgt damit ähnlich wie Booking einen umfassenden Plattformansatz. Gleichzeitig expandiert Trip.com zunehmend international. Im ersten Quartal 2026 stiegen die Bruttobuchungen der internationalen Plattform um rund 65 % gegenüber dem Vorjahr.
Im Vergleich zu Booking liegt der größte Unterschied in der geografischen Positionierung. Booking ist besonders stark in Europa und baut seine Stellung in Asien aus, während Trip.com dort bereits eine sehr starke Ausgangsposition besitzt. Das macht Trip.com zu einem ernsthaften Konkurrenten in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte. Gleichzeitig bleibt die stärkere Abhängigkeit von China ein zusätzliches regulatorisches Risiko. 2026 erhielt das Unternehmen dort eine administrative Sanktion und musste Maßnahmen zur Anpassung einleiten.
Trip.com kann bei den Kennzahlen überzeugen. Das historische Umsatzwachstum über zehn Jahre liegt mit 19,1 % an der Spitze und die EBIT-Marge erreicht starke 25,3 %. Gleichzeitig ist die Bewertung mit einem KGV von 12,4 für 2027 vergleichsweise niedrig. Damit verbindet Trip.com Wachstum, hohe Profitabilität und eine günstige Bewertung, trägt aber deutlich höhere politische und regulatorische Risiken als die westlichen Wettbewerber.
Booking Holdings Aktie im Vergleich
Booking Holdings liefert aus unserer Sicht die ausgewogenste Kombination aus Größe, Wachstum und Profitabilität. Mit 26,9 Mrd. US Dollar Umsatz ist der Konzern klar der größte Anbieter im Vergleich. Gleichzeitig liegen das historische Fünfjahreswachstum mit 31,7 % und die EBIT-Marge mit 32,8 % an der Spitze. Die Aktie ist nicht die günstigste, dafür rechtfertigen Marktposition, Margenstärke und Skalierungspotenzial aus unserer Sicht einen Bewertungsaufschlag.

Kennzahlen
AktienInsight-Rating
Booking Holdings erreicht starke 8 von 9 Punkten. Besonders bemerkenswert ist, dass das zweistellige Wachstum nicht zulasten der Profitabilität geht. Die EBIT-Marge von knapp 33 % und der außergewöhnlich hohe ROCE zeigen, wie effizient das kapitalarme Plattformmodell arbeitet. Booking benötigt vergleichsweise wenig zusätzliches Kapital, um weitere Buchungen abzuwickeln, und wandelt einen großen Teil seines Wachstums in frei verfügbare Mittel um.
Den einzigen Punkt verliert Booking aufgrund des vollständigen Gewinneinbruchs während der Corona-Pandemie. Das verdeutlicht die Abhängigkeit von einer funktionierenden Reisebranche, ist aber kein Hinweis auf strukturelle Schwächen. Im Gegenteil: Booking erholte sich anschließend schnell und übertraf das frühere Ertragsniveau deutlich. Mit einer Nettoverschuldung von nur 0,2 EBITDA-Jahresgewinnen und einer geringen Zinslast besitzt der Konzern genügend finanziellen Spielraum, um erneute Krisen abzufedern.

Umsatzentwicklung
Booking Holdings ist über zehn Jahre beim Umsatz um starke 11,3 % pro Jahr gewachsen. Der tiefe Einbruch 2020 war eine klare Folge der weltweiten Reisebeschränkungen. Danach ging es umso schneller aufwärts. Aufgestaute Reiselust, steigende Zimmerpreise und die Rückkehr internationaler Reisen trieben das Geschäft an. Schon 2022 lag der Umsatz deutlich über dem Niveau vor der Pandemie. Das zeigt, wie stark sich die Plattform im Markt behauptet.
Bis 2028 soll der Umsatz um weitere 8,8 % pro Jahr auf rund 34,6 Mrd. US-Dollar steigen. Das Tempo lässt also nach, bleibt für einen etablierten Marktführer aber beachtlich. Booking profitiert von der wachsenden Reiselust und der zunehmenden Onlinebuchung von Unterkünften. Neue Reisebeschränkungen, eine schwache Konjunktur oder ungünstige Wechselkurse könnten das Wachstum allerdings zwischenzeitlich bremsen.

EBIT und Free Cash Flow
Über zehn Jahre ist das EBIT von Booking Holdings um durchschnittlich 10,5 % pro Jahr gestiegen. Der kurze Verlust während des globalen Reisestillstands fällt dabei klar aus der Reihe. Entscheidend ist die Zeit danach: Booking hat nicht nur das alte Gewinnniveau zurückgewonnen, sondern die operative Marge auf rund 33 % gesteigert. Das spricht für eine starke Preissetzung und zeigt, wie profitabel zusätzliche Buchungen für die Plattform sind.
Bis 2028 soll das EBIT jährlich um 13,3 % und damit deutlich schneller als der Umsatz wachsen. Diese Prognose ist anspruchsvoll, denn sie setzt eine weitere Verbesserung der Marge voraus. Helfen könnten ein höherer Anteil direkter App-Buchungen und geringere Kosten je Vermittlung. Gleichzeitig investiert Booking weiter in das eigene Bezahlsystem, das Genius-Programm und KI.

Der Free Cash Flow eines Unternehmens gibt an, wie viel freie Mittel es wirklich pro Jahr zur Verfügung hat. Mit diesem Geld können Dividenden gezahlt, Schulden getilgt oder in neue Projekte im Unternehmen investiert werden.
Mit 11,6 % Wachstum pro Jahr hat der Free Cash Flow über zehn Jahre sogar leicht besser abgeschnitten als der Umsatz. Viel wichtiger ist aber, wie viel Geld Booking inzwischen tatsächlich verdient. Rund ein Drittel des Umsatzes bleibt als freier Mittelzufluss übrig. Der kurze Absturz 2020 entstand durch ausgefallene Buchungen und hohe Rückzahlungen. Danach sprang der Cashflow schnell zurück und erreichte mehrfach neue Rekorde.
Für die kommenden Jahre erwarten wir keinen weiteren Sprung, sondern einen stetigen Anstieg auf rund 11,7 Milliarden US Dollar. Das wäre genug, um Dividenden und umfangreiche Aktienrückkäufe aus eigener Kraft zu finanzieren.

Die Bruttomarge springt 2018 auf 100 %. Das sieht spektakulär aus, ist aber nur ein Effekt der Rechnungslegung. Seit der Umstellung auf ASC 606 weist Booking keine eigenen Umsatzkosten und damit auch keinen separaten Bruttogewinn mehr aus. Datenbanken setzen den Bruttogewinn deshalb technisch mit dem Umsatz gleich. Die 100 % sagen also nichts darüber aus, ob sich die Wirtschaftlichkeit des Geschäfts seitdem verbessert hat.
Aussagekräftiger ist die EBIT-Marge. Sie lag meist deutlich über 30 % und erreichte 2025 wieder 32,8 %. Damit verdient Booking an jedem zusätzlichen Dollar Umsatz sehr ordentlich. Wir erwarten einen weiteren Anstieg der EBIT-Marge auf knapp 38 %. Dafür müssen Direktbuchungen und die Auslastung der Plattform zulegen, ohne dass Marketing- und Technologiekosten ähnlich stark wachsen.

Ausschüttungen
Ein klassischer Dividendenwert ist Booking noch nicht. Erst 2024 führte der Konzern eine Ausschüttung ein, nachdem überschüssiges Kapital zuvor fast ausschließlich über Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückfloss. Schon 2025 wurde die Dividende um 10 % auf splitbereinigt 1,54 US Dollar angehoben. Das ist ein solides erstes Signal, für eine verlässliche Dividendenhistorie ist der Zeitraum aber noch zu kurz.

Seit dem Dividendenstart 2024 bewegte sich die Rendite meist zwischen 0,7 und 1,1 %. Aktuell liegt sie mit rund 0,8 % knapp unter dem bisherigen Median. Das ist kein Warnsignal. Vielmehr ist der Aktienkurs zeitweise schneller gestiegen als die Ausschüttung. Wer Booking kauft, setzt daher kaum auf sofortige Erträge. Entscheidend sind weiterhin das Gewinnwachstum und die Wertsteigerung der Aktie.

Booking hat die Zahl seiner Aktien seit 2015 um rund 37 % gesenkt. Das entspricht einem Rückgang von 4,5 % pro Jahr. Nur 2021 gab es einen kleinen Anstieg, weil die Rückkäufe während der unsicheren Reiselage zeitweise gebremst wurden und aktienbasierte Vergütungen stärker ins Gewicht fielen. Danach zog das Tempo wieder deutlich an.
Für Aktionäre wirkt dieser Rückgang wie ein zusätzlicher Wachstumsmotor. Gewinn und Free Cash Flow verteilen sich auf immer weniger Anteile, wodurch beide Kennzahlen je Aktie schneller steigen als auf Konzernebene.

Bilanzanalyse
Schulden. Booking Holdings hat Nettoschulden von rund 1,5 Milliarden US Dollar. Dem steht ein EBITDA von 9,4 Milliarden US Dollar gegenüber. Das Verhältnis liegt damit bei nur 0,2x. Rein rechnerisch könnte Booking seine Nettoschulden also mit einem kleinen Teil des jährlichen operativen Ergebnisses zurückzahlen. Die Verschuldung ist damit sehr niedrig und lässt dem Konzern viel Spielraum für Rückkäufe, Dividenden und Investitionen.
Zinsen. Booking zahlte zuletzt rund 1,1 Milliarden US-Dollar an Zinsen. Gemessen am FCFF von etwa 9,1 Milliarden US Dollar entspricht das einer Zinslast von rund 12,1 %. Damit fließt nur ein überschaubarer Teil des verfügbaren Cashflows in den Schuldendienst. Booking kann seine Zinsen also problemlos bezahlen und behält gleichzeitig reichlich finanziellen Spielraum für Investitionen, Dividenden und Aktienrückkäufe.
Kreditrating. Booking Holdings besitzt ein Kreditrating von A-. Damit liegt der Konzern klar im Investment-Grade-Bereich. Die Ratingagentur bescheinigt Booking also eine gute Fähigkeit, seine finanziellen Verpflichtungen zuverlässig zu erfüllen. Unterstützt wird das durch die geringe Nettoverschuldung, den hohen freien Cashflow und die starke Marktposition. Ganz risikolos ist das Reisegeschäft wegen seiner Konjunkturabhängigkeit dennoch nicht.
Goodwill. Goodwill entsteht bei Übernahmen und ist ein fiktiver Wert für Kundenbeziehungen, Wachstumspotenzial oder auch Netzwerkeffekte.
Bei Booking beträgt er rund 2,7 Milliarden US Dollar. Das entspricht lediglich 9 % der Bilanzsumme und liegt deutlich unter unserem Grenzwert von 25 %. Größere Abschreibungsrisiken aus früheren Übernahmen sind damit aus heutiger Sicht überschaubar.
Fazit zur Bilanz: Booking verfügt über eine sehr solide Bilanz. Die Nettoverschuldung ist gemessen an der Ertragskraft niedrig, die Zinsen sind gut gedeckt und auch der Goodwill fällt nicht übermäßig ins Gewicht. Das A--Rating passt zu diesem Bild. Eine schwere Reisekrise würde die Gewinne zwar belasten, doch Booking besitzt genügend finanziellen Puffer, um auch einen solchen Rückschlag ohne größere Bilanzprobleme zu überstehen.
.jpg)
Chancen & Risiken
Chancen
Connected Trip erhöht den Umsatz je Kunde. Booking will Unterkunft, Flug, Mietwagen, Aktivitäten und Zahlungen stärker miteinander verbinden. Dadurch kann der Konzern mehr Teile einer Reise monetarisieren und gleichzeitig die Kundenbindung erhöhen. Langfristig könnte Booking damit vom reinen Vermittler einzelner Hotelbuchungen zu einer umfassenden Reiseplattform werden.
Mehr Direktbuchungen können Marketingkosten senken. Bereits ein mittlerer 50-%-Anteil der Übernachtungen wird über die Apps gebucht, wobei die deutliche Mehrheit dieser Buchungen direkt erfolgt. Genius, App und personalisierte Angebote sollen diesen Anteil weiter erhöhen. Dadurch kann Booking die Abhängigkeit von Google und anderen bezahlten Vertriebskanälen reduzieren und die Marketingeffizienz langfristig verbessern.
Künstliche Intelligenz kann Conversion und Effizienz steigern. Booking integriert generative KI in Reiseplanung, Empfehlungen und Kundenservice. Die Kombination aus umfangreichen Buchungsdaten, Bewertungen und Millionen von Reiseangeboten ermöglicht zunehmend personalisierte Ergebnisse. Gelingt die Umsetzung, können mehr Suchanfragen in Buchungen umgewandelt und gleichzeitig Servicekosten reduziert werden.
Expansion in Asien und den USA eröffnet weiteres Wachstum. Europa ist bereits ein starker Markt für Booking, während der Konzern gezielt seine Markenbekanntheit und Lokalisierung in Asien und den USA ausbaut. Besonders Asien bietet durch steigende Reiseausgaben und zunehmende Onlinebuchungen langfristiges Potenzial. Mit Agoda verfügt Booking dort bereits über eine etablierte Plattform.
Die eigene Zahlungsplattform erweitert die Wertschöpfung. 2025 wurden bereits 70 % der Bruttobuchungen über das Merchant-Modell abgewickelt, nach 63 % im Vorjahr. Booking erhält dadurch mehr Kontrolle über Zahlungsmethoden, Währungen und Zahlungszeitpunkte und kann zusätzliche Leistungen integrieren. 2025 lagen die zusätzlichen Zahlungserlöse über den damit verbundenen variablen Kosten.
Risiken

Abhängigkeit von Google und bezahlter Kundenakquise. Booking gewinnt inzwischen mehr Kunden direkt, bleibt bei der Neukundengewinnung aber stark auf Suchmaschinen und andere bezahlte Kanäle angewiesen. 2025 lagen die Marketingausgaben bei rund 8,2 Mrd. US Dollar. Steigende Klickpreise oder Änderungen der Google-Suche können deshalb die Kundenakquisekosten erhöhen und die Margen belasten.
Schadenshöhe: mittel, Eintrittswahrscheinlichkeit: hoch
KI-Assistenten könnten die Kundenschnittstelle übernehmen. Wenn Reisende ihre Reise künftig direkt über KI-Assistenten planen und buchen, könnte Booking einen Teil des direkten Kundenkontakts verlieren. Besonders kritisch wäre dies, wenn Google Suche, Maps und Gemini stärker miteinander verbindet. Booking müßte dann möglicherweise erneut für den Zugang zu Kunden bezahlen, obwohl es eigentlich mehr Direktverkehr aufbauen möchte.
Schadenshöhe: hoch, Eintrittswahrscheinlichkeit: mittel
Strengere Regulierung kann zentrale Plattformvorteile einschränken. Booking unterliegt in Europa zunehmend strengeren Vorgaben für große digitale Plattformen. Regeln zu Preisparität, Datennutzung, Wettbewerb und der Behandlung von Geschäftspartnern können bestehende Geschäftspraktiken verändern. Zusätzliche Regulierung könnte Kosten erhöhen und die Verhandlungsmacht gegenüber Hotels und anderen Partnern begrenzen.
Schadenshöhe: hoch, Eintrittswahrscheinlichkeit: hoch
Der Ausbau des Merchant-Modells kann die Margen verwässern. Die eigene Zahlungsabwicklung erzeugt zusätzliche Umsätze, verursacht aber auch Kosten für Zahlungsabwicklung, Personal, Betrugsfälle und Rückbuchungen. Booking weist selbst darauf hin, dass ein steigender Merchant-Anteil die operative Marge belasten kann, obwohl gleichzeitig zusätzliche Erlöse entstehen.
Schadenshöhe: mittel, Eintrittswahrscheinlichkeit: mittel
Der Connected Trip könnte Wachstum ohne entsprechenden Gewinn liefern. Flüge, Aktivitäten und andere neue Reiseleistungen erweitern das Angebot, erzielen teilweise aber niedrigere Margen als klassische Unterkunftsbuchungen. Wenn diese Bereiche schneller wachsen, ohne genügend Cross-Selling und Kundenbindung zu erzeugen, kann der Umsatz deutlich steigen, während die Profitabilität nur begrenzt davon profitiert.
Schadenshöhe: niedrig, Eintrittswahrscheinlichkeit: mittel
.jpg)
Bewertung
Historische Bewertung
Booking Holdings wird aktuell mit einem erwarteten KUV von rund 5,67 bewertet. Der historische Median liegt bei 6,20. Damit notiert die Aktie etwa 8,5 % unter ihrem langfristigen Durchschnitt und wirkt auf Umsatzbasis leicht unterbewertet. Der Abschlag ist allerdings deutlich geringer als beim KGV, weshalb die aktuelle Bewertung auf dieser Kennzahl eher attraktiv als ausgesprochen günstig erscheint.
Mit dem erwarteten Umsatzwachstum dürfte das KUV weiter zurückgehen. Für 2027 liegt es bereits bei rund 4,89 und damit deutlich unter dem historischen Median. Da Booking seinen Umsatz in den kommenden Jahren weiter steigern soll, würde die Bewertung bei einem unveränderten Aktienkurs zunehmend günstiger werden. Entscheidend bleibt, dass dieses Wachstum auch in entsprechend höhere operative Gewinne übersetzt werden kann.

Booking Holdings wird aktuell mit einem erwarteten KGV von rund 20,2 gehandelt. Der historische Median liegt bei 26,7. Damit notiert die Aktie etwa 24,3 % unter ihrem langfristigen Bewertungsniveau und erscheint auf Gewinnbasis deutlich günstiger als in der Vergangenheit. Der Markt gewährt Booking aktuell also einen spürbaren Bewertungsabschlag, obwohl Umsatz und operative Gewinne weiterhin wachsen.
In den kommenden Jahren dürfte das KGV durch steigende Gewinne weiter sinken. Für 2027 liegt es bei rund 17,5 und für 2028 bei etwa 15. Bleibt der Aktienkurs unverändert, würde sich der Bewertungsabschlag damit nochmals deutlich vergrößern. Aus Investorensicht ist das attraktiv, solange Booking seine hohen Margen halten und das erwartete Gewinnwachstum tatsächlich erreichen kann.

Rendite basierend auf KGV
Für die Bewertung der Booking Holdings Aktie verwenden wir ein eigenes Modell auf Basis des zukünftigen KGV. Dabei betrachten wir, wie sich Umsatzwachstum, Profitabilität und Bewertung bis 2036 entwickeln könnten. So erhalten wir drei unterschiedliche Szenarien und können besser einschätzen, welche langfristige Rendite beim heutigen Kurs realistisch erscheint.
Dabei bauen wir ein mittleres Szenario, ein Bären-Szenario und ein Bullen-Szenario auf. Je nach Szenario verändern wir das langfristige Umsatzwachstum, mögliche Übernahmen, die EBIT-Marge und das angemessene KGV. Zusätzlich berücksichtigen wir eine Ausschüttungsrendite von 5,3 %, die neben der Dividende vor allem die umfangreichen Aktienrückkäufe umfasst.
Mittleres Szenario
Im mittleren Szenario gehen wir davon aus, dass Booking auch langfristig schneller als die Gesamtwirtschaft wächst. Der Online-Reisemarkt expandiert weiter, während Connected Trip, Direktbuchungen und die stärkere Zahlungsplattform zusätzliche Umsätze ermöglichen. Mit zunehmender Unternehmensgröße dürfte sich das Wachstum gegenüber den vergangenen Jahren allerdings schrittweise verlangsamen.
- Wir gehen von 7,0 % organischem Umsatzwachstum pro Jahr aus.
- Zusätzlich rechnen wir mit 0,5 % Wachstum durch kleinere Übernahmen.
- Die EBIT-Marge steigt von aktuell rund 32,8 % auf 36,0 %, da Direktbuchungen, KI und Skaleneffekte die Kostenstruktur verbessern.
- Für 2036 unterstellen wir ein KGV von 21.
Damit ergibt sich eine jährliche Kursrendite von 7,4 %. Zusammen mit der erwarteten Ausschüttungsrendite von 5,3 % kommen wir im mittleren Szenario auf eine Gesamtrendite von 12,7 % pro Jahr.
Bären-Szenario
Im Bären-Szenario verliert Booking deutlich an Wachstumsdynamik. Der Wettbewerb durch Google, KI-Assistenten und andere Reiseplattformen nimmt zu, während neue Geschäftsfelder weniger profitabel wachsen. Um das schwächere organische Wachstum teilweise auszugleichen, gehen wir davon aus, dass Booking stärker auf Übernahmen zurückgreift.
- Wir gehen von lediglich 4,0 % organischem Umsatzwachstum pro Jahr aus.
- Übernahmen tragen weitere 1,0 % zum jährlichen Wachstum bei.
- Die EBIT-Marge fällt langfristig auf 28,0 %, etwa durch höhere Kundenakquisekosten und einen ungünstigeren Umsatzmix.
- Gleichzeitig sinkt das KGV bis 2036 auf 15.
Unter diesen Annahmen ergibt sich eine jährliche Kursrendite von minus 1,3 %. Die hohe Ausschüttungsrendite federt den Rückgang allerdings deutlich ab. Insgesamt verbleibt selbst im Bären-Szenario noch eine erwartete Gesamtrendite von rund 4,0 % pro Jahr.
Bullen-Szenario
Im Bullen-Szenario gelingt Booking die Weiterentwicklung zu einem umfassenden Reiseökosystem. Connected Trip, KI und die Expansion in Asien und den USA sorgen dafür, dass das Unternehmen auch langfristig zweistellig wachsen kann. Gleichzeitig steigt der Anteil direkter Buchungen deutlich, wodurch weniger Geld für bezahlte Kundenakquise ausgegeben werden muss.
- Wir gehen von 11,0 % organischem Umsatzwachstum pro Jahr aus.
- Zusätzliches Wachstum durch Übernahmen setzen wir bewusst mit 0,0 % an.
- Die EBIT-Marge steigt durch Skaleneffekte und eine höhere Effizienz auf 41,0 %.
- Für ein weiterhin zweistellig wachsendes und hochprofitables Plattformunternehmen halten wir 2036 ein KGV von 28 für vertretbar.
Damit ergibt sich eine jährliche Kursrendite von 15,8 %. Zusammen mit der Ausschüttungsrendite von 5,3 % erreicht Booking in diesem Szenario eine Gesamtrendite von 21,1 % pro Jahr.
Ergebnis
Beim aktuellen Kurs von 212,1 US Dollar ergibt unser Modell eine erwartete Rendite von rund 11,3 % pro Jahr. Damit liegt die Booking Holdings Aktie deutlich über unserem Mindestanspruch und erreicht aus unserer Sicht ein attraktives Renditeniveau. Der Kursrückgang hat das Chance-Risiko-Verhältnis spürbar verbessert, während sich an der langfristigen operativen Entwicklung des Unternehmens bislang wenig verändert hat.
Noch interessanter wird Booking bei weiteren Kursrücksetzern. Bei 200 US Dollar steigt die modellierte Rendite auf rund 12,0 % pro Jahr, bei 180 US Dollar auf 13,2 % und bei 160 US Dollar auf 14,5 %. Unterhalb von 200 US Dollar würde die Aktie damit zunehmend in einen sehr attraktiven Bewertungsbereich kommen.
Umgekehrt nimmt die erwartete Rendite bei steigenden Kursen relativ schnell ab. Bei 250 US Dollar liegt sie noch bei rund 9,5 %, bei 290 US Dollar bei 7,9 % und bei 350 US Dollar nur noch bei rund 5,9 % pro Jahr. Der aktuelle Kurs von rund 212 US Dollar bietet damit aus unserer Sicht bereits einen attraktiven Einstieg mit einer guten Kombination aus Qualität, Wachstum und Bewertung.

Fazit
Booking Holdings ist einer der weltweit führenden Anbieter für digitale Reisebuchungen. Über Booking.com, Agoda, Priceline, KAYAK und OpenTable vermittelt der Konzern Unterkünfte, Flüge, Mietwagen und weitere Reiseleistungen. 2025 erzielte Booking 26,9 Mrd. US Dollar Umsatz und vermittelte mehr als 1,2 Mrd. Übernachtungen. Mit dem Connected Trip soll künftig ein noch größerer Teil der gesamten Reise über die eigenen Plattformen laufen.
Der Markt bietet weiterhin attraktiven Rückenwind. Der weltweite Online-Reisebuchungsmarkt soll von rund 1,07 Bio. US Dollar 2025 auf etwa 1,39 Bio. US Dollar 2028 wachsen. Booking kommt dabei auf rund 17 % Marktanteil und ist der größte einzelne Anbieter. Zusätzliche Chancen entstehen durch die weitere Verlagerung zu Onlinebuchungen sowie durch Wachstum in Asien und den USA.
Auch die Kennzahlen überzeugen. Die EBIT-Marge erreichte 2025 starke 32,8 % und liegt damit deutlich über Expedia, Airbnb und Trip.com. Gleichzeitig soll der Umsatz bis 2028 auf rund 34,6 Mrd. US Dollar steigen. Booking kombiniert damit hohe Profitabilität mit weiterem Wachstum. Hinzu kommen starke Cashflows, Aktienrückkäufe und inzwischen auch eine Dividende, wodurch Aktionäre direkt am Erfolg beteiligt werden.
Chancen sehen wir vor allem bei mehr Direktbuchungen, künstlicher Intelligenz und dem Connected Trip. Bereits über 50 % der Übernachtungen werden über die App gebucht und 70 % der Bruttobuchungen laufen über das Merchant-Modell. Risiken bleiben die Abhängigkeit von Google, strengere Regulierung und die Gefahr, dass KI-Assistenten künftig einen Teil der Kundenschnittstelle übernehmen.
Wir finden die Booking Holdings Aktie beim aktuellen Kurs von rund 212,1 US Dollar kaufenswert. Unser KGV-Modell ergibt eine erwartete Rendite von etwa 11,3 % pro Jahr. Gleichzeitig liegt das erwartete KGV von 20,2 rund 24 % unter dem historischen Median von 26,7. Uns gefallen besonders die starke Marktposition, die hohe Marge und die Möglichkeit, durch Direktbuchungen und KI langfristig noch effizienter zu werden.
Über den Autor
.webp)
Ibo Ahmiane (ProfessorFinanzen)
Vom normalen Bankangestellten zu einem der erfolgreichsten Finfluencer. Ibo spricht auf seinen Social Media Kanälen über finanzielle Bildung und erreicht dort schon über 2,2 Millionen Menschen. Durch seine Arbeit in der Bank musste er immer wieder feststellen, dass die meisten Menschen keine Ahnung davon haben, wie sie richtig mit ihrem Geld umgehen. Unser Bildungssystem hat scheinbar keinen Platz für Finanzbildung und das will er ändern. Ibo selbst hat im Alter von 28 Jahren bereits über 1.000.000€ investiert.
Haftungsausschluss und Transparenzhinweis
Sämtliche Inhalte dieser Analyse stellen journalistische Publikationen dar. Sie dienen ausschließlich Informations- und Lernzwecken und stellen keine Handlungsempfehlung hinsichtlich des Kaufs oder Verkaufs von Wertpapieren dar. Die Inhalte wurden sorgfältig nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, es kann jedoch keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernommen werden. Es wurden ausschließlich Informationen berücksichtigt, die den Autoren zum Stand der Veröffentlichung bekannt gewesen sind.
Alle Inhalte geben ausnahmslos und zu jeder Zeit die persönliche Meinung und Einschätzung der Autoren wieder. Ein Handel mit Wertpapieren wie z.B. Aktien ist mit Chancen, aber auch mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden und erfolgt auf eigene Verantwortung. Die Autoren übernehmen keine Haftung für Schäden und Verluste, die sich aus einer Handlung auf Basis der zur Verfügung gestellten Informationen ergeben. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels keine Aktien von Booking Holdings.












.avif)

