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Hershey Aktienanalyse

Hershey klingt zunächst nach einem klassischen Schokoladenhersteller, ist heute aber breiter aufgestellt. Das Unternehmen verbindet starke Marken wie Reese’s, Hershey’s und Kisses mit einem wachsenden Geschäft für salzige Snacks. Gleichzeitig belasten hohe Kakaopreise die Margen so stark wie seit Jahren nicht mehr. Ist Hershey robust genug für eine deutliche Erholung oder bleibt die Aktie trotz Bewertungsabschlag vorerst nur ein Haltekandidat?
14.08.2026
 - 
Ibo Ahmiane
Aktienanalyse
S&P 500
US
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Podcast
Hershey Podcast
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Einleitung

Schokolade, Reese’s und salzige Snacks. Hershey gehört zu den bekanntesten Konsumgüterunternehmen der USA. Das Unternehmen kontrolliert rund 40 % des US-Schokoladenmarktes und verfügt über Marken, die seit Jahrzehnten gekauft werden. Doch hinter dem stabilen Geschäft steckt aktuell eine ungewöhnliche Situation. Hohe Kakaopreise haben die Gewinne stark belastet und die Aktie deutlich unter Druck gesetzt.

Krise oder Chance? Der Umsatz ist in den letzten zehn Jahren trotz Corona, Inflation und Lieferproblemen um durchschnittlich 4,7 % pro Jahr gewachsen. Gleichzeitig baut Hershey das Geschäft mit salzigen Snacks durch Marken wie Dot’s Pretzels und SkinnyPop weiter aus. Gelingt die Margenerholung, könnte der Gewinn deutlich anziehen. Bleiben die Rohstoffkosten jedoch hoch, dürfte der Druck länger anhalten.

Ist Hershey damit ein günstiger Qualitätswert oder nur optisch billig? Das erwartete KGV liegt rund 16 % unter dem historischen Median. Auch beim KUV wird die Aktie mit einem Abschlag gehandelt. Unsere Analyse zeigt, wie realistisch die Erholung ist, welche Rolle Übernahmen spielen und ab welchem Kurs die Hershey-Aktie für langfristige Anleger wirklich interessant wird.

Land
USA
Sektor
Nichtzyklischer Konsum
Index
S&P 500
WKN
851297
Ticker
HSY
Währung
USD
Marktkapitalisierung
35,3 Mrd. USD
Kurs
184,9 USD
KGV 2026e
21,9
KUV 2026e
3,28
Umsatzwachstum 10J
4,7 %
Umsatzwachstum 3Je
3,4 %
EBIT-Marge 2025
12,3 %
Nettoschulden/EBITDA
1,8x
Dividendenrendite
3,3 %
Datum
14.08.2026

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichte
  2. Management & Aktionärsstruktur
  3. Geschäftsmodell3.1 Grundlagen zum Geschäftsmodell
    3.2 Geschäftsmodell im Detail
  4. Branche4.1 KI-Infrastruktur-MarMarkt für Schokolade und salzige Snacks
    4.2 Wettbewerbsvergleich
  5. Kennzahlen5.1 AktienInsight-Rating
    5.2 Umsatzentwicklung
    5.3 EBIT und Free Cash Flow
    5.4 Dividende und Aktien
    5.5 Bilanzanalyse
  6. Chancen & Risiken6.1 Chancen
    6.2 Risiken
  7. Bewertung7.1 Historische Bewertung
    7.2 Rendite basierend auf dem KGV Modell
  8. Fazit

Geschichte

1894
Gründung des Schokoladengeschäfts
Milton S. Hershey gründet die Hershey Chocolate Company als Teil seiner Lancaster Caramel Company. Zunächst stellt das Unternehmen Schokoladenüberzüge für Karamellwaren her. Damit entsteht die Grundlage des späteren Schokoladenkonzerns.
1900
Fokus auf Milchschokolade
Milton Hershey verkauft sein Karamellgeschäft und konzentriert sich vollständig auf Schokolade. Im selben Jahr kommt der Hershey’s Milk Chocolate Bar auf den Markt. Durch industrielle Massenproduktion wird Milchschokolade für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich.
1927
Börsengang in New York
Die Hershey Chocolate Corporation wird neu organisiert und an der New York Stock Exchange gelistet. Damit können Anleger erstmals öffentlich in das Unternehmen investieren. Die Aktie wird bis heute unter dem Ticker HSY gehandelt.
1963
Übernahme von Reese’s
Hershey übernimmt die H.B. Reese Candy Company von den sechs Söhnen des Gründers. Dadurch gelangen die Reese’s Peanut Butter Cups vollständig in das Produktportfolio. Reese’s entwickelt sich später zu einer der wichtigsten Marken des Konzerns.
2018
Einstieg in salzige Snacks
Hershey übernimmt Amplify Snack Brands für rund 1,6 Milliarden US Dollar. Mit Marken wie SkinnyPop erweitert sich das Unternehmen erstmals bedeutend über klassische Süsswaren hinaus. Damit beginnt der Aufbau eines eigenständigen Geschäfts mit salzigen Snacks.
Heute
Vom Schokoladenhersteller zum Snackkonzern
Hershey ist Nordamerikas grösster Schokoladenhersteller und vermarktet mehr als 85 Marken in rund 65 Ländern. Zum Portfolio gehören Schokolade, Süsswaren, Popcorn, Brezeln und Proteinprodukte. Übernahmen wie Dot’s Pretzels und LesserEvil verbreitern das Geschäft weiter.

Management & Aktionärsstruktur

Kirk Tanner

CEO von Hershey

Kirk Tanner (57) ist seit August 2025 CEO von Hershey. Zuvor leitete er von Februar 2024 bis Juli 2025 die Restaurantkette Wendy’s. Seine Ernennung erfolgte in einer anspruchsvollen Phase, die von hohen Kakaopreisen, rückläufigen Absatzmengen und starkem Margendruck geprägt war.

Vor seiner Tätigkeit bei Wendy’s arbeitete Tanner mehr als 30 Jahre für PepsiCo. Von 2019 bis 2024 führte er als CEO von PepsiCo Beverages North America ein Geschäft mit rund 25 Milliarden US Dollar Umsatz. Zuvor war er unter anderem President und COO von North America Beverages, President von Global Foodservice sowie Vice President of Sales für PepsiCo in Grossbritannien und Irland.

Tanner verfügt über einen Bachelorabschluss in Accounting von der University of Utah. Seine Laufbahn ist stark durch den Aufbau, Vertrieb und die operative Führung grosser Konsumgütermarken geprägt. Bei Hershey soll er das Kerngeschäft stabilisieren, die Profitabilität wiederherstellen und die Erweiterung vom klassischen Süsswarenhersteller zu einem breiteren Snackunternehmen fortführen.

Vergütung

Da Kirk Tanner die Position des CEO erst im August 2025 übernahm, ist seine für dieses Geschäftsjahr ausgewiesene Vergütung durch das anteilige Festgehalt und hohe einmalige Antrittsprämien verzerrt. Die folgende Analyse bezieht sich deshalb auf die Vergütungsstruktur von Michele Buck im Geschäftsjahr 2024, als sie während des gesamten Jahres CEO von Hershey war. Da Hershey grundsätzlich auf Kontinuität im Vergütungssystem setzt, bietet ihre Vergütung derzeit die bessere Grundlage zur Beurteilung des regulären CEO-Programms.

Michele Bucks Vergütung setzte sich aus vier Bestandteilen zusammen:

  • 11,8 % Festgehalt. Als CEO erhielt Michele Buck im Geschäftsjahr 2024 ein Basisgehalt von 1,40 Millionen US Dollar. Das Festgehalt blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.
  • 8,8 % kurzfristiger Bonus. Der jährliche Bonus belief sich auf rund 1,05 Millionen US Dollar. Er basierte auf dem Umsatz, dem bereinigten Ergebnis je Aktie und der EBIT-Marge. Zusätzlich wurde die Zielerreichung anhand der Entwicklung der Marktanteile angepasst.
  • 75,8 % mehrjährige Aktienvergütung. Buck erhielt Aktienzusagen im Zuteilungswert von rund 9,03 Millionen US Dollar. Rund 65 % davon waren an die Unternehmensentwicklung über einen Zeitraum von drei Jahren gebunden. Entscheidend war unter anderem die Aktienrendite im Vergleich zu Wettbewerbern, das Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie und der freie Cashflow. Die übrigen 35 % bestanden aus Aktienzusagen, die über drei Jahre schrittweise übertragen wurden, unabhängig von der operativen Zielerreichung.
  • 3,6 % sonstige Vergütung. Weitere Vergütungen von rund 431.000 US Dollar umfassten unter anderem Vorsorgebeiträge, Versicherungsleistungen und weitere Nebenleistungen.

Die Gesamtvergütung belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf rund 11,91 Millionen US Dollar.
Knapp 85 % der Zielvergütung waren von der Unternehmensentwicklung oder der langfristigen Aktienperformance abhängig. Der tatsächlich ausbezahlte Jahresbonus lag aufgrund einer Zielerreichung von lediglich 47 % deutlich unter dem ursprünglich vorgesehenen Zielwert.

Wir bewerten das Vergütungsprogramm grundsätzlich als solide, da der überwiegende Teil der Vergütung leistungsabhängig ist. Positiv sind die Berücksichtigung des Umsatzes, der EBIT-Marge, des bereinigten Ergebnisses je Aktie, des Free Cashflows und der relativen Aktienrendite. Auch der negative Einfluss verfehlter Marktanteilsziele auf den Jahresbonus zeigt eine grundsätzlich nachvollziehbare Verbindung zwischen Vergütung und operativer Entwicklung.

Aktionärsstruktur

Hershey hat mit dem Hershey Trust einen klaren Ankeraktionär. Nach Umwandlung der Class-B-Aktien hält der Trust rund 28 % aller Aktien. Noch wichtiger sind aber die Stimmrechte. Die Class-B-Aktien besitzen je zehn Stimmen. Dadurch kontrolliert der Trust rund 79 % der Stimmen und kann die Richtung des Unternehmens stark mitbestimmen. Vanguard und BlackRock sind zwar ebenfalls große Aktionäre, halten ihre Anteile aber vor allem über Fonds und ETFs.
 
CEO Kirk Tanner hält 47.860 Hershey-Aktien im Wert von rund 8,3 Mio. US Dollar. Das entspricht zwar nur etwa 0,02 % aller Aktien, der persönliche Geldwert ist aber bereits beachtlich. Besonders auffällig ist, dass Tanner erst seit August 2025 CEO ist und zuvor nicht für Hershey gearbeitet hat. Seine Beteiligung verbindet einen Teil seines eigenen Vermögens direkt mit der Entwicklung der Hershey-Aktie.

Geschäftsmodell

Grundlagen zum Geschäftsmodell

Hershey gehört zu den grössten Herstellern von Schokolade, Süsswaren und Snacks in Nordamerika. Das Unternehmen entwickelt Produkte, produziert sie in grossen Mengen und verkauft sie hauptsächlich über Supermärkte, Drogerien, Tankstellen, Grosshändler und andere Einzelhandelsketten. Zu den bekanntesten Marken gehören Reese’s, Hershey’s, Hershey’s Kisses, Jolly Rancher, Kit Kat, Twizzlers und Ice Breakers.

Das Geschäftsmodell lebt vor allem von starken Marken und einer sehr breiten Verfügbarkeit. Hershey muss seine Produkte nicht jedes Mal neu erklären. Viele Konsumenten kennen sie seit ihrer Kindheit und greifen im Laden gezielt danach. Gleichzeitig hilft das grosse Vertriebsnetz dabei, neue Varianten oder vollständig neue Marken schnell in vielen Verkaufsstellen zu platzieren.

Neben klassischen Schokoladenmarken besitzt Hershey ein breites Sortiment an Zuckerwaren. Marken wie Jolly Rancher, Twizzlers, Whoppers und Ice Breakers sprechen andere Geschmäcker und Konsumanlässe an. Dadurch hängt das Unternehmen nicht nur von einzelnen Schokoladenprodukten ab. Dennoch bleiben Reese’s und Hershey’s die wichtigsten Marken und prägen die Wahrnehmung des Konzerns besonders stark.

In den vergangenen Jahren hat Hershey sein Portfolio gezielt um salzige und proteinbasierte Snacks erweitert. Dazu zählen SkinnyPop, Pirate’s Booty, Dot’s Pretzels, ONE Brands, Sour Strips und LesserEvil. Viele dieser Marken kamen durch Übernahmen zum Konzern. Hershey versucht damit, mehr Konsumanlässe abzudecken und die starke Abhängigkeit vom klassischen Schokoladengeschäft schrittweise zu reduzieren.

Ein weiterer Teil des Portfolios wird als „Better-for-you“ oder funktionales Snacking positioniert. Dazu gehören Proteinriegel von ONE Brands und Fulfil, zuckerreduzierte Produkte von Lily’s sowie organische Snacks von LesserEvil. Hershey reagiert damit auf Konsumenten, die weiterhin snacken möchten, aber stärker auf Protein, Zucker, Zutaten oder Portionsgrössen achten. Diese Produkte ergänzen das traditionelle Sortiment, ersetzen es bisher aber nicht.

Geschäftsmodell im Detail

North America Confectionery (81,1 %)

Das Kerngeschäft umfasst Schokolade, Bonbons, Kaugummi, Minzprodukte, Proteinriegel, Backprodukte und Brotaufstriche in den USA und Kanada. Zu den wichtigsten Marken zählen Reese’s, Hershey’s, Kisses, Jolly Rancher, Twizzlers, Kit Kat, Ice Breakers, ONE und Sour Strips. Ergänzt wird das Segment durch Hershey’s Chocolate World sowie weltweite Lizenzeinnahmen.

Seit 2020 stieg der Segmentumsatz von 7,08 auf 9,48 Milliarden US Dollar, was einem durchschnittlichen Wachstum von rund 6,0 % pro Jahr entspricht. Das Wachstum beruhte neben Produktinnovationen und kleineren Übernahmen vor allem auf Preiserhöhungen. 2025 legte der Umsatz um 4,0 % zu, obwohl die Absatzmengen wegen höherer Verkaufspreise zurückgingen.

Der Segmentgewinn belief sich 2025 auf 2,49 Milliarden US Dollar, woraus sich eine Segmentmarge von 26,3 % ergibt. Im Vorjahr waren es noch 32,3 %. Hohe Kosten für Kakao, Zucker und Zölle konnten durch Preiserhöhungen nur teilweise ausgeglichen werden. Ein reines GAAP-EBIT veröffentlicht Hershey für die einzelnen Segmente nicht.

North America Salty Snacks (10,9 %)

Das Segment umfasst vor allem Popcorn, Brezeln und weitere salzige Snacks. Zu den wichtigsten Marken gehören SkinnyPop, Dot’s Homestyle Pretzels und Pirate’s Booty. Mit der Übernahme von LesserEvil erweitert Hershey das Portfolio zusätzlich um organische und stärker gesundheitsorientierte Snacks. Das bestehende Vertriebsnetz ermöglicht es, übernommene Marken schnell in mehr US-Geschäften zu platzieren.

Seit 2020 wuchs der Umsatz von 438 Millionen auf 1,27 Milliarden US Dollar und damit um durchschnittlich rund 23,7 % pro Jahr. Ein bedeutender Teil dieses Wachstums stammt jedoch aus Übernahmen, insbesondere von Dot’s Pretzels und Pretzels Inc. 2025 stieg der Umsatz um 11,9 %, unterstützt durch höhere Mengen und eine starke Nachfrage nach SkinnyPop und Dot’s.

Der Segmentgewinn erhöhte sich 2025 um 21,0 % auf 241 Millionen US Dollar. Die Segmentmarge verbesserte sich von 17,6 % auf 19,0 %. Damit ist das Snackgeschäft kleiner als das Kerngeschäft, entwickelt sich aber dynamischer und trägt zunehmend zur Diversifikation bei. Langfristig muss Hershey beweisen, dass die übernommenen Marken auch attraktive Kapitalrenditen erzielen.

International (8,1 %)

Das internationale Segment bündelt die Aktivitäten ausserhalb Nordamerikas. Hershey produziert unter anderem in Mexiko, Brasilien, Indien und Malaysia und verkauft seine Produkte zusätzlich in Asien, Lateinamerika, Europa, Afrika und im Nahen Osten. Trotz der weltweiten Bekanntheit einzelner Marken bleibt das Geschäft deutlich kleiner als das nordamerikanische Kerngeschäft.

Seit 2020 stieg der Umsatz von 627 auf 942 Millionen US Dollar, was einem durchschnittlichen Wachstum von rund 8,5 % pro Jahr entspricht. Dieser Vergleich wird allerdings durch das schwache Pandemiejahr 2020 begünstigt. 2025 sank der Umsatz um 0,7 %, womit sich die früher erwartete stärkere internationale Expansion bisher nicht nachhaltig im Zahlenwerk widerspiegelt.

Der Segmentgewinn brach 2025 von 112 Millionen auf nur noch 3 Millionen US Dollar ein. Die Segmentmarge fiel dadurch von 11,8 % auf rund 0,4 %. Hohe Rohstoff- und Produktionskosten belasteten das Ergebnis besonders stark. Das internationale Geschäft trägt daher bisher kaum zum Konzerngewinn bei und bietet Hershey nur eine begrenzte geografische Diversifikation.

Die Segmentverteilung zeigt bereits, dass Hershey stark vom nordamerikanischen Geschäft abhängt. Noch deutlicher wird diese Konzentration bei der geografischen Betrachtung: 2025 erzielte das Unternehmen 87,7 % seines Konzernumsatzes in den USA. Nur 12,3 % entfielen auf Kunden ausserhalb des Heimatmarktes. Dieser Anteil lag in den vergangenen drei Jahren nahezu unverändert zwischen 12 % und 13 %.

Die starke Stellung in den USA ist zunächst ein Vorteil. Hershey profitiert dort von bekannten Marken, einem dichten Vertriebsnetz und einer hohen Präsenz in Supermärkten, Grossmärkten, Drogerien und Tankstellenshops. Die Kernmarken Hershey’s, Reese’s, Kisses, Kit Kat, SkinnyPop und Ice Breakers steigerten ihre Einzelhandelsumsätze zwischen 2020 und 2024 durchschnittlich um 6,1 % pro Jahr.

Gleichzeitig entsteht ein erhebliches Klumpenrisiko. Änderungen der US-Konjunktur, des Konsumverhaltens, der Lebensmittelregulierung oder der Handelspolitik treffen Hershey besonders stark. Auch Preiserhöhungen wirken sich im Heimatmarkt direkt auf einen grossen Teil des Konzernumsatzes aus. Werden Verbraucher preissensibler, können bereits geringe Mengenrückgänge die gesamte Geschäftsentwicklung sichtbar belasten.

Die internationale Präsenz ist zwar breiter, wirtschaftlich aber noch von geringer Bedeutung. Hershey unterhält Produktionsstätten und Vertriebsaktivitäten unter anderem in Mexiko, Brasilien, Indien und Malaysia und verkauft seine Produkte über eigene Gesellschaften, Vertriebspartner und Lizenznehmer in zahlreichen weiteren Ländern. Trotz dieser Infrastruktur konnte der Auslandsanteil bislang nicht nachhaltig erhöht werden.

Eine stärkere internationale Expansion könnte die Abhängigkeit vom US-Markt langfristig reduzieren. Sie ist jedoch anspruchsvoll, da Geschmackspräferenzen, Markenbekanntheit und Wettbewerbsbedingungen je nach Region deutlich variieren. Zudem treffen Hershey ausserhalb Nordamerikas auf global stärker etablierte Wettbewerber wie Mars, Mondelēz, Ferrero und Nestlé. Das Auslandsgeschäft ist daher vorerst eher eine langfristige Wachstumschance als ein tragender Gewinnmotor.

Nach der starken Konzentration auf den US-Markt richtet Hershey den Blick nun stärker auf die Weiterentwicklung des gesamten Portfolios. Unter dem Leitbild „Lead Next Generation Snacking“ soll das Unternehmen nicht nur im klassischen Süsswarengeschäft führend bleiben, sondern auch in salzigen, proteinreichen und moderner positionierten Snacks schneller wachsen.

Im Mittelpunkt stehen weiterhin die grossen Marken Reese’s, Hershey’s, Kisses und Jolly Rancher. Neue Geschmacksrichtungen, saisonale Produkte und unterschiedliche Verpackungsgrössen sollen zusätzliche Kaufanlässe schaffen. Dabei setzt Hershey stärker auf Konsumentendaten und gezielteres Marketing, damit neue Produkte nicht nur breit verfügbar sind, sondern die jeweiligen Zielgruppen auch besser erreichen.

Gleichzeitig erweitert das Unternehmen sein Angebot über klassische Schokolade hinaus. Marken wie SkinnyPop, Dot’s, Pirate’s Booty, ONE und LesserEvil decken salzige, proteinreiche und stärker gesundheitsorientierte Kategorien ab. Hershey will dadurch an mehr Konsummomenten teilnehmen und von Bereichen profitieren, die schneller wachsen als das traditionelle Süsswarengeschäft.

Mit dem neuen ONE Hershey Modell werden Süsswaren, salzige Snacks und Proteinprodukte erstmals über eine gemeinsame US-Vertriebsorganisation gesteuert. Händler erhalten dadurch ein gebündeltes Sortiment, während Hershey Produktplatzierung, Kundendaten und Markenführung besser abstimmen kann. Besonders kleinere oder neu übernommene Marken sollen so schneller in zusätzliche Geschäfte und Vertriebskanäle gelangen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Innovation und Produktentwicklung. Hershey plant über mehrere Jahre hinweg neue Angebote in den Bereichen Premiumprodukte, Protein, kleinere Portionen und zuckerreduzierte Snacks. Dadurch soll das Portfolio besser zu veränderten Ernährungsgewohnheiten passen, ohne die starken traditionellen Marken zu vernachlässigen.

Parallel modernisiert Hershey seine Lieferkette mit Automatisierung, digitalen Fabriken und datengestützter Planung. Diese Massnahmen sollen Bestände, Abfälle und Produktionskosten senken sowie die Reaktion auf volatile Rohstoffmärkte verbessern. Die erzielten Einsparungen sollen teilweise wieder in Marken und Innovationen investiert werden und gleichzeitig dazu beitragen, Margen und Gewinne nach der Kakaokrise zu stabilisieren.

Fazit zum Geschäftsmodell

Hershey verfügt mit starken Marken, hoher Bekanntheit und einem dichten Vertriebsnetz über ein robustes Geschäftsmodell. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen stark vom US-Süsswarenmarkt und damit auch von Kakao, Zucker sowie der Kaufkraft amerikanischer Verbraucher abhängig. Das wachsende Snackgeschäft verbessert die Diversifikation, ist aber noch zu klein, um Schwächen im Kerngeschäft vollständig auszugleichen.

Aus Investorensicht liegt die grösste Stärke in der Preissetzungsmacht und der Fähigkeit, neue Produkte schnell im Handel zu verbreiten. Entscheidend wird jedoch sein, ob Hershey die Margen nach der Rohstoffkrise wieder nachhaltig steigern und das Snackportfolio profitabel ausbauen kann. Das Geschäftsmodell bleibt attraktiv, ist aber weniger widerstandsfähig, als es die starke Markenposition zunächst vermuten lässt.

Branche

Markt für Schokolade und salzige Snacks

Der US-Schokoladenmarkt gehört zu den reifen, aber vergleichsweise stabilen Konsumgütermärkten. Sein Volumen soll von 22,9 Milliarden US Dollar im Jahr 2024 auf 26,4 Milliarden US Dollar im Jahr 2029 steigen. Das entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von 2,9 % pro Jahr. Damit wächst der Markt solide, aber deutlich langsamer als viele andere Lebensmittelkategorien.

Das Wachstum entsteht derzeit weniger durch steigende Absatzmengen als durch höhere Verkaufspreise. 2025 erhöhten sich die US-Einzelhandelsumsätze mit Schokolade um 6,7 %, vor allem weil Hersteller gestiegene Kosten für Kakao, Zucker und Verpackungen an die Verbraucher weitergaben. Für Anbieter wie Hershey stützt dies kurzfristig den Umsatz, erhöht aber zugleich das Risiko sinkender Mengen.

Die Nachfrage bleibt grundsätzlich widerstandsfähig, weil Schokolade meist eine kleine und regelmässige Konsumausgabe darstellt. Gleichzeitig reagieren Verbraucher auf starke Preiserhöhungen mit kleineren Verpackungen, günstigeren Alternativen oder selteneren Käufen. Hershey verzeichnete 2025 im nordamerikanischen Süsswarengeschäft trotz Umsatzwachstum rückläufige Mengen, was die Grenzen der Preissetzungsmacht sichtbar macht.

Deutlich dynamischer entwickelt sich der nordamerikanische Markt für salzige Snacks. Das Marktvolumen lag 2024 bei rund 46,4 Milliarden US Dollar und soll bis 2030 auf 67,3 Milliarden US Dollar steigen. Daraus ergibt sich ein erwartetes Wachstum von 6,5 % pro Jahr. Die USA standen 2024 für rund 88 % dieses Marktes und prägen seine Entwicklung damit entscheidend.

Zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählen neue Geschmacksrichtungen, kleinere Portionsgrössen sowie proteinreiche, vegane und funktionale Produkte. Hersteller erweitern ihre Sortimente, weil Verbraucher Snacks zunehmend als Ersatz für klassische Mahlzeiten nutzen und gleichzeitig stärker auf Inhaltsstoffe achten. Für Hershey eröffnet dies Chancen, Marken wie SkinnyPop, Dot’s und LesserEvil über das bestehende Vertriebsnetz schneller zu verbreiten.

Aus Investorensicht bietet Hershey damit eine Kombination aus einem stabilen Kerngeschäft und einem schneller wachsenden zweiten Markt. Die grösste Chance liegt in der profitablen Erweiterung des Snackportfolios. Risiken bleiben hohe Rohstoffkosten, sinkende Absatzmengen, intensive Konkurrenz und veränderte Ernährungsgewohnheiten. Entscheidend ist daher nicht nur das Marktwachstum, sondern ob Hershey seine Preise, Mengen und Margen dauerhaft im Gleichgewicht halten kann.

Der US-Schokoladenmarkt ist stark konzentriert. Hershey und Mars Wrigley kontrollieren zusammen rund 67 % des Marktes und bestimmen damit einen grossen Teil der Preisgestaltung, Produktplatzierung und Werbeaktivitäten. Für kleinere Anbieter ist es entsprechend schwierig, im klassischen Massenmarkt dauerhaft grössere Marktanteile zu gewinnen.

Hershey bleibt mit rund 40 % Marktanteil der klare Marktführer. Entscheidend sind bekannte Marken wie Reese’s, Hershey’s, Kisses und Kit Kat sowie die starke Präsenz im US-Einzelhandel. Hinzu kommt die hohe Bedeutung saisonaler Anlässe wie Halloween, Weihnachten und Ostern, bei denen das Unternehmen besonders viele Produkte verkauft.

Mars Wrigley erreicht rund 27 % und ist damit der wichtigste Wettbewerber. Marken wie M&M’s, Snickers, Twix und Dove sorgen ebenfalls für eine breite Abdeckung verschiedener Preisklassen und Konsumanlässe. Der Wettbewerb zwischen beiden Konzernen findet deshalb weniger über einzelne Produkte als über Regalflächen, Markeninvestitionen, Innovationen und die Durchsetzung höherer Preise statt.

Ferrero und Lindt & Sprüngli kommen zusammen auf rund 14 %. Beide Unternehmen sind stärker in Premiumprodukten positioniert und profitieren von Marken wie Ferrero Rocher, Kinder, Lindt und Ghirardelli. Mondelēz spielt mit rund 4 % eine kleinere Rolle, ist über Marken wie Cadbury und Toblerone aber ebenfalls im Markt vertreten.

Aus Investorensicht ist Hersheys Marktführerschaft ein klarer Wettbewerbsvorteil. Sie stärkt die Verhandlungsposition gegenüber Händlern und erleichtert die Einführung neuer Produkte. Gleichzeitig schützt die hohe Marktkonzentration nicht vollständig vor Mengenrückgängen. Werden Preise zu stark erhöht oder verändern sich die Vorlieben der Verbraucher, kann selbst ein Marktführer Marktanteile verlieren.

Wettbewerbsvergleich

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Hershey
Mondelēz
Lindt & Sprüngli
PepsiCo
Logo
WKN
851297
A1J4U0
870503
851995
Kurs in USD
184,9
60,1
11.529,1
139,8
Marktkap. in Mrd. USD
35,3
77,1
25,8
186,4
Umsatz 2025 in Mrd. USD
11,7
38,5
7,4
93,9
Umsatzwachstum p.a. 5J
7,5 %
7,7 %
8,0 %
5,9 %
Umsatzwachstum p.a. 10J
4,7 %
2,7 %
4,9 %
4,1 %
Umsatzwachstum p.a. 3Je
3,4 %
3,3 %
4,2 %
3,9 %
EBIT 2025 in Mio. USD
1.442
3.548
1.219
11.498
EBIT-Marge 2025
12,3 %
9,2 %
16,4 %
12,2 %
Net Debt/EBITDA
1,8x
4,0x
0,6x
2,5x
KUV 2026e
3,28
1,96
3,56
1,89
KUV 2027e
3,14
1,91
3,40
1,84
KGV 2026e
21,9
19,9
28,6
16,3
KGV 2027e
18,0
18,0
26,5
15,6
Dividendenrendite 2026e
3,3 %
3,4 %
2,0 %
4,3 %
Mondelēz International

Mondelēz ist ein globaler Snackkonzern mit Marken wie Oreo, Cadbury, Milka, Toblerone und Ritz. Anders als Hershey erzielt das Unternehmen einen grossen Teil seines Umsatzes ausserhalb Nordamerikas und ist besonders stark in Europa sowie in Schwellenländern vertreten. Dadurch ist Mondelēz geografisch deutlich breiter aufgestellt und weniger von der Entwicklung des US-Marktes abhängig.

Im Geschäftsmodell liegt der Schwerpunkt ebenfalls auf Schokolade und Snacks, das Sortiment umfasst jedoch zusätzlich einen grossen Keksbereich. Diese Kategorie benötigt weniger Kakao und bietet damit eine gewisse Rohstoffdiversifikation. Trotzdem belasteten die historisch hohen Kakaokosten 2025 auch Mondelēz stark. Preiserhöhungen trieben den Umsatz, während die Absatzmengen um 3,7 % zurückgingen.

Mondelēz erreicht über fünf Jahre mit 7,7 % ein geringfügig höheres Umsatzwachstum als Hershey mit 7,5 %. Über zehn Jahre liegt Hershey mit 4,7 % jedoch deutlich vor Mondelēz mit 2,7 %. Gleichzeitig wird Mondelēz mit niedrigeren KUV- und KGV-Werten gehandelt. Die EBIT-Marge von 9,2 % wurde 2025 besonders stark durch hohe Kakaokosten und Rohstoffderivate belastet. Zudem ist die Verschuldung mit dem Vierfachen des EBITDA deutlich höher als bei Hershey, was den finanziellen Spielraum begrenzt.

Lindt & Sprüngli

Lindt & Sprüngli konzentriert sich fast vollständig auf Premiumschokolade. Neben den Marken Lindt, Ghirardelli und Russell Stover betreibt das Unternehmen weltweit rund 620 eigene Geschäfte. Anders als Hershey setzt Lindt weniger auf den breiten US-Massenmarkt und stärker auf hochwertige Produkte, Geschenkartikel sowie den direkten Verkauf an Endkunden. Dadurch kann das Unternehmen höhere Preise und Margen erzielen.

Die Premiumpositionierung erwies sich während der Kakaokrise als besonders widerstandsfähig. Lindt erhöhte seine Preise 2025 um durchschnittlich 19 %, während die Mengen um 6,6 % zurückgingen. Trotzdem wuchs der Umsatz organisch um 12,4 % und die EBIT-Marge stieg auf 16,4 %. Hershey musste dagegen einen erheblich stärkeren Gewinneinbruch hinnehmen.

Lindt überzeugt im Vergleich mit dem höchsten historischen und erwarteten Umsatzwachstum, der besten EBIT-Marge sowie der geringsten Verschuldung.
Diese Qualität wird allerdings mit der höchsten Bewertung bezahlt. Das KGV von 28,6 für 2026 liegt deutlich über Hershey und den anderen Wettbewerbern. Lindt ist damit operativ das stärkste Unternehmen, bietet aber weniger Bewertungsspielraum.

PepsiCo

PepsiCo verbindet ein weltweites Getränkegeschäft mit einem führenden Portfolio salziger Snacks. Zu den wichtigsten Marken gehören Pepsi, Gatorade, Lay’s, Doritos, Cheetos und Quaker. Im Vergleich zu Hershey ist PepsiCo deutlich grösser und breiter diversifiziert. Schwächen bei einzelnen Produkten oder Rohstoffen können dadurch leichter durch andere Kategorien und Regionen ausgeglichen werden.

Besonders relevant ist PepsiCo als Vergleich für Hersheys Snackstrategie. Frito-Lay verfügt über eine hohe Vertriebskraft, starke Regalpositionen und grosse Skalenvorteile. Das nordamerikanische Snackgeschäft kämpfte zuletzt jedoch mit schwächerer Nachfrage und Preissensibilität. PepsiCo reagiert mit günstigeren Preisstufen, neuen Produkten, weniger Artikelvarianten und einer Optimierung der Lieferkette.

Bei den Kennzahlen fällt PepsiCo vor allem durch die günstigste Bewertung und die höchste erwartete Dividendenrendite auf. Die EBIT-Marge liegt ungefähr auf dem Niveau von Hershey, während das historische Wachstum etwas schwächer ausfällt. Mit einem erwarteten KGV von 16,3 für 2026 und 15,6 für 2027 erscheint PepsiCo im Vergleich als attraktivste defensive Alternative.

Hershey Aktie im Vergleich

Hershey verbindet ein überdurchschnittliches historisches Wachstum mit einer moderaten Verschuldung und einer führenden Position im US-Schokoladenmarkt. Die Marge für 2025 ist wegen der aussergewöhnlichen Kakao- und Derivatebelastungen nur eingeschränkt aussagekräftig. Gleichzeitig fällt das erwartete KGV bis 2027 auf 18,0. Gelingt die Margenerholung, bietet Hershey damit mehr Erholungspotenzial als Lindt und ein fokussierteres Geschäftsmodell als PepsiCo oder Mondelēz.

Kennzahlen

AktienInsight-Rating

Hershey erreicht im AktienInsight-Rating 6 von 9 Punkten. Beim Wachstum fällt das Bild gemischt aus. Der Umsatz stieg in den vergangenen zehn Jahren um durchschnittlich 4,7 % pro Jahr und verfehlt damit knapp den Mindestwert. Der Free Cash Flow wuchs mit 7,3 % deutlich stärker, während das EBIT-Wachstum mit 3,3 % zu niedrig ausfällt. Damit erhält Hershey einen von drei Punkten.

Die Rentabilität bleibt trotz des starken Gewinneinbruchs 2025 insgesamt solide. Die EBIT-Marge liegt mit 12,3 % weiterhin über unserem Mindestwert. Der ROCE erreicht 13,4 % und zeigt eine ordentliche Kapitalverzinsung. Da der ROIC mit 15,9 % zudem deutlich über den Kapitalkosten von 4,8 % liegt, erfüllt Hershey alle drei Rentabilitätskriterien.

Bei der Sicherheit überzeugt vor allem die Bilanz. Die Nettoverschuldung liegt beim 1,8-Fachen des EBITDA und damit klar unter dem Grenzwert von 3. Auch die Zinszahlungen entsprechen nur 10,0 % des FCFF. Der EBIT-Einbruch von 50,2 % überschreitet den erlaubten Höchstwert jedoch knapp. Dadurch erreicht Hershey in dieser Kategorie zwei von drei Punkten.

Umsatzentwicklung

Hersheys Umsatz ist über zehn Jahre um durchschnittlich 4,7 % pro Jahr gewachsen. Besonders stark waren 2021 und 2022. Damals sorgten eine robuste Nachfrage, deutliche Preiserhöhungen und die Übernahmen im Bereich salzige Snacks für zweistellige Zuwächse. 2024 stagnierte der Umsatz dagegen fast vollständig. Höhere Preise konnten die schwächeren Absatzmengen nur knapp ausgleichen.

Bis 2028 soll der Umsatz von 11,7 auf 12,9 Milliarden US Dollar steigen. Das entspricht einem erwarteten Wachstum von 3,4 % pro Jahr. Die Entwicklung dürfte damit etwas langsamer werden. Hershey bleibt ein reifer Konsumgüterkonzern, bei dem Preiserhöhungen einen wichtigen Wachstumsbeitrag leisten. Zusätzlich sollen salzige Snacks und neue Produkte für weiteres Wachstum sorgen.

EBIT und Free Cash Flow

Beim operativen Gewinn sieht das Bild deutlich schwächer aus als beim Umsatz. Über zehn Jahre ist das EBIT nur um durchschnittlich 3,3 % pro Jahr gestiegen. Bis 2024 entwickelte sich der Gewinn zwar sehr solide und erreichte fast 2,9 Milliarden US Dollar. 2025 brach das EBIT dann jedoch um rund 50 % auf 1,4 Milliarden US Dollar ein. Hauptgrund waren die historisch hohen Kakaopreise sowie Verluste aus Rohstoffabsicherungen, die die Marge massiv belasteten.

Für die kommenden Jahre wird eine kräftige Erholung erwartet. Bis 2028 soll das EBIT wieder auf über 3 Milliarden US Dollar steigen. Das entspräche einem jährlichen Wachstum von 28,3 %. Dahinter steckt allerdings vor allem ein Basiseffekt nach dem schwachen Jahr 2025. Entscheidend wird sein, dass sich die Kakaopreise normalisieren und Hershey die höheren Kosten wieder besser an die Kunden weitergeben kann.

Der Free Cash Flow entwickelt sich deutlich besser als der operative Gewinn. Über die vergangenen zehn Jahre ist er um starke 7,3 % pro Jahr gestiegen. Zwar gab es zwischendurch kleinere Rückgänge, etwa 2020 durch höhere Investitionen und 2023 wegen eines stärkeren Lageraufbaus. Insgesamt zeigt der Cash Flow aber einen klaren Aufwärtstrend. Selbst im schwierigen Jahr 2025 blieb er mit 1,8 Milliarden US Dollar auf einem hohen Niveau.

Bis 2028 soll der Free Cash Flow auf rund 2,3 Milliarden US Dollar steigen. Das entspricht einem erwarteten Wachstum von 7,5 % pro Jahr und liegt damit klar über dem Umsatzwachstum. Das zeigt, dass Hershey trotz der aktuellen Belastungen weiterhin hohe Zahlungsmittel erwirtschaftet. Für Investoren ist das besonders wichtig, weil daraus Dividenden, Aktienrückkäufe und Investitionen finanziert werden können.

Auch bei den Margen zeigt sich sehr deutlich, wie stark Hershey 2025 unter Druck geraten ist. Über viele Jahre bewegte sich die Bruttomarge stabil zwischen 43 % und 47 %, während die EBIT-Marge sogar kontinuierlich auf über 25 % anstieg. 2025 brachen beide Kennzahlen dann deutlich ein. Hauptgrund waren die historisch hohen Kakaopreise sowie Verluste aus Rohstoffabsicherungen, die die Produktionskosten und den operativen Gewinn massiv belasteten.

Für die kommenden Jahre wird eine schrittweise Erholung erwartet. Die Bruttomarge soll wieder auf über 43 % steigen und auch die EBIT-Marge dürfte sich auf über 23 % verbessern. Das wäre zwar noch leicht unter dem Rekordniveau von 2024, würde aber zeigen, dass Hershey seine Preissetzungsmacht weiterhin nutzen kann und sich die außergewöhnlichen Belastungen allmählich normalisieren.

Dividende und Aktien

Die Dividende ist in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 9,4 % pro Jahr gewachsen. Hershey schüttet bereits seit rund 96 Jahren ohne Unterbrechung eine Quartalsdividende aus und zählt damit zu den besonders verlässlichen Dividendenzahlern. Einen offiziellen Titel wie Dividendenaristokrat trägt das Unternehmen jedoch nicht. 2025 blieb die Ausschüttung wegen des starken Gewinneinbruchs unverändert bei 5,48 US Dollar.

Bis 2028 soll die Dividende wieder moderat auf 6,32 US Dollar je Aktie steigen. Das entspricht einem erwarteten Wachstum von 4,9 % pro Jahr. Gleichzeitig dürfte die Ausschüttungsquote von aktuell über 100 % wieder auf rund 60 % sinken. Damit wäre die Dividende wieder deutlich besser durch den laufenden Gewinn gedeckt und langfristig nachhaltiger.

Die Dividendenrendite lag über viele Jahre meist zwischen 2 und 3 %. Seit 2024 bewegt sie sich jedoch dauerhaft über ihrem historischen Median von rund 2,4 %. Das liegt nicht daran, dass Hershey plötzlich deutlich mehr ausschüttet. Der Hauptgrund ist der schwächere Aktienkurs. Vor allem die hohen Kakaopreise und der Margendruck haben die Bewertung belastet und die Rendite steigen lassen.

Aktuell liegt die Dividendenrendite bei rund 3,3 % und damit klar über dem langjährigen Durchschnitt. Für Einkommensinvestoren wirkt die Aktie dadurch attraktiver als in vielen früheren Jahren. Gleichzeitig sollte eine hohe Dividendenrendite nie isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist, ob Hershey die Margen in den kommenden Jahren wieder verbessern kann. Dann könnten sowohl Gewinn als auch Dividende weiter steigen.

Die Anzahl der ausstehenden Aktien ist in den letzten zehn Jahren leicht um durchschnittlich 0,8 % pro Jahr gesunken. Das zeigt, dass Hershey regelmäßig eigene Aktien zurückkauft. Solche Aktienrückkäufe sind eine weitere Möglichkeit, Kapital an die Aktionäre zurückzugeben. Gleichzeitig steigt dadurch der Gewinn je Aktie, weil sich derselbe Gewinn auf weniger Aktien verteilt.

Allerdings sind die Rückkäufe bei Hershey eher moderat und deutlich kleiner als bei vielen Technologieunternehmen.
Das liegt auch daran, dass ein Teil des freien Cash Flows in Dividenden und den Ausbau des Geschäfts fließt. Insgesamt ist die Entwicklung dennoch positiv. Eine langsam sinkende Aktienanzahl unterstützt den Gewinn je Aktie langfristig und erhöht den Anteil jedes einzelnen Aktionärs am Unternehmen.

Bilanzanalyse

Schulden. Hershey hatte Ende 2025 Nettoschulden von rund 4,48 Milliarden US Dollar. Dem stand ein bereinigtes EBITDA von rund 2,47 Milliarden US Dollar gegenüber. Das Verhältnis liegt damit bei 1,8x. Die Verschuldung ist gut beherrschbar und liegt klar unter unserem Grenzwert von 3,0x. Durch die erwartete Gewinnerholung dürfte sich die Kennzahl weiter verbessern.

Zinsen. Der Nettozinsaufwand lag 2025 bei rund 190 Millionen US Dollar. Das entspricht knapp 10 % des FCFF von etwa 1,97 Milliarden US Dollar. Die Zinslast ist damit gut bezahlbar, stieg gegenüber dem Vorjahr aber um rund 15 %. Hauptgrund war die höhere langfristige Verschuldung nach einer neuen Anleiheausgabe im Februar 2025.

Kreditrating. S&P bewertet Hershey mit A und stabilem Ausblick. Moody’s vergibt ein A1-Rating, ebenfalls mit stabilem Ausblick. Beide Ratings liegen deutlich im Investment-Grade-Bereich. Die Ratingagenturen gehen damit davon aus, dass Hershey seine finanziellen Verpflichtungen auch in schwächeren Jahren zuverlässig bedienen kann.

Goodwill. Goodwill entsteht bei Übernahmen und steht unter anderem für Markenwerte, Kundenbeziehungen und erwartete Synergien. Hershey weist rund 3,0 Milliarden US Dollar Goodwill aus. Das entspricht 21,8 % der Bilanzsumme von 13,74 Milliarden US Dollar und liegt damit unter unserem Grenzwert von 25 %. Der Wert ist durch die Übernahmen im Snackgeschäft gestiegen.

Fazit zur Bilanz: Hersheys Bilanz ist insgesamt solide. Die Verschuldung ist gut tragbar, die Zinslast bleibt niedrig und die Kreditratings sind stark. Der Goodwill liegt noch im akzeptablen Bereich, sollte wegen der zahlreichen Snackübernahmen aber beobachtet werden. Auch eine längere Phase hoher Kakaopreise könnte Hershey verkraften, sofern sich Margen und Cashflow wie erwartet wieder erholen.

Chancen & Risiken

Chancen

Erholung der Margen nach der Kakaokrise. Hershey hat bereits deutliche Preiserhöhungen umgesetzt, während die Belastung durch teure Rohstoffabsicherungen zeitversetzt ausläuft. Stabilisieren sich die Kakaopreise, könnten höhere Verkaufspreise, Produktivitätsmassnahmen und günstigere Einkaufskosten gemeinsam zu einer kräftigen Erholung der Brutto- und EBIT-Marge führen.

Überdurchschnittliches Wachstum mit salzigen Snacks. Das Segment wächst deutlich schneller als das traditionelle Süsswarengeschäft. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz mit salzigen Snacks um rund 23 %, getragen von Marken wie Dot’s Pretzels und SkinnyPop. Dadurch kann Hershey seine starke Abhängigkeit von Schokolade schrittweise reduzieren.

Skalierung neuer Marken über ONE Hershey. Süsswaren, salzige Snacks und Proteinprodukte werden erstmals über eine gemeinsame US-Vertriebsorganisation vermarktet. Hershey kann dadurch neue und übernommene Marken schneller in zusätzliche Geschäfte bringen, Kundendaten besser nutzen und Händlern ein breiteres Gesamtportfolio anbieten.

Wachstum in Premium, Protein und moderner positionierten Snacks. Hershey erweitert sein Portfolio mit LesserEvil, ONE und einer mehrjährigen Innovationspipeline. Produkte mit höherem Proteinanteil, kleineren Portionen oder hochwertiger Positionierung können neue Konsumentengruppen erreichen und überdurchschnittliche Verkaufspreise ermöglichen.

Produktivitätssteigerungen durch Automatisierung und künstliche Intelligenz. Moderne Fabriken, bessere Bedarfsplanung und digitale Entscheidungsmodelle sollen Bestände, Abfälle und Produktionskosten senken. Hershey erwartet allein durch neue Entscheidungsmodelle mögliche Produktivitätsverbesserungen von 50 Millionen US Dollar und einen Bestandsabbau von 100 Millionen US Dollar innerhalb von zwei Jahren.

Risiken

Anhaltend hohe und volatile Kakaopreise. Kakao bleibt trotz des Rückgangs von den Höchstständen strukturell teuer und unterliegt starken Schwankungen. Wetterprobleme, Pflanzenkrankheiten und das konzentrierte Angebot aus Westafrika können Hersheys Herstellungskosten erneut deutlich erhöhen.

Schadenshöhe: hoch, Eintrittswahrscheinlichkeit: hoch

Mengenverluste durch starke Preiserhöhungen. Hershey muss höhere Rohstoffkosten an die Kunden weitergeben, riskiert dadurch aber Kaufzurückhaltung und Marktanteilsverluste. Im zweiten Quartal 2026 standen Preiserhöhungen von rund 12 % einem Rückgang der Absatzmengen von etwa 8 % gegenüber.

Schadenshöhe: mittel, Eintrittswahrscheinlichkeit: mittel

Erwartete Margenerholung bleibt aus. Die aktuelle Bewertung und Gewinnprognose setzen voraus, dass Preise, Effizienzprogramme und sinkende Rohstoffbelastungen die Profitabilität wiederherstellen. Bleiben Kakao, Zölle und andere Kosten hoch, könnten Gewinne und Free Cash Flow länger als erwartet unter dem früheren Niveau bleiben.

Schadenshöhe: mittel, Eintrittswahrscheinlichkeit: hoch

Snackübernahmen liefern unzureichende Kapitalrenditen. Hershey hat beträchtliche Summen in Marken wie Dot’s, SkinnyPop und LesserEvil investiert. Werden diese Marken nicht erfolgreich skaliert oder verschieben sich Verbrauchertrends, könnten Abschreibungen entstehen und die angestrebte Diversifikation weniger Wert schaffen als erwartet.

Schadenshöhe: mittel, Eintrittswahrscheinlichkeit: niedrig

Reputationsschäden durch veränderte Rezepturen. Der Einsatz günstigerer Zutaten, kleinere Verpackungen oder eine Reduktion des Kakaoanteils können kurzfristig Kosten senken. Werden Geschmack oder Qualität von Verbrauchern jedoch als schlechter wahrgenommen, könnten besonders starke Marken wie Reese’s und Hershey’s langfristig Vertrauen verlieren.

Schadenshöhe: niedrig, Eintrittswahrscheinlichkeit: mittel

Bewertung

Historische Bewertung

Das KUV von Hershey liegt aktuell bei 2,9 und damit rund 12 % unter dem historischen Median von 3,29. Gemessen am Umsatz wird die Aktie somit günstiger bewertet als im langfristigen Durchschnitt. Nach den hohen Bewertungen der Jahre 2020 bis 2023 hat sich das Bewertungsniveau inzwischen deutlich normalisiert.

In den kommenden Jahren dürfte das KUV trotz weiter steigender Umsätze leicht sinken. In der Prognose wächst der Umsatz etwas stärker als die Marktkapitalisierung. Bis 2028 fällt das KUV dadurch auf rund 2,7 und entfernt sich weiter von seinem historischen Median. Die Aktie bleibt damit gemessen am Umsatz vergleichsweise moderat bewertet.

Das erwartete KGV für 2026 liegt bei 21,9 und damit rund 16,4 % unter dem historischen Median von 26,2. Rein auf Basis der Gewinnbewertung wirkt die Aktie damit günstiger als im langfristigen Durchschnitt. Ursache dafür ist vor allem der starke Gewinneinbruch im Jahr 2025, der die Bewertung nach mehreren Jahren mit hohen Multiples wieder deutlich zurückgebracht hat.

Mit der erwarteten Erholung der Gewinne dürfte das KGV in den kommenden Jahren weiter sinken. Bis 2028 fällt es auf rund 18. Der Grund ist, dass die erwarteten Gewinne stärker steigen als der angenommene Aktienkurs. Damit würde die Aktie trotz steigender Gewinne weiterhin unter ihrem historischen Bewertungsniveau gehandelt. Sollte Hershey schneller zu seinen früheren Margen zurückfinden, wäre auch eine höhere Bewertung denkbar.

Rendite basierend auf dem KGV-Modell

Für die Bewertung der Hershey-Aktie verwenden wir ein eigenes Modell auf Basis des KGV. Damit können wir abschätzen, wie sich Wachstum, Profitabilität und Bewertung in unterschiedlichen Szenarien entwickeln und welche Rendite daraus langfristig entstehen könnte.

Dabei betrachten wir ein mittleres, ein Bären- und ein Bullen-Szenario. Je nach Szenario treffen wir unterschiedlich optimistische Annahmen zu Wachstum, Margen und Bewertung.
Aktuell kommt Hershey auf ein erwartetes KGV von 21,9 für 2026. Je nach Szenario unterstellen wir unterschiedliche Wachstumsraten, Margen und Bewertungsniveaus. Die Ausschüttungsrendite liegt in allen drei Szenarien bei 4,0 %.

Mittleres Szenario

In diesem Szenario gehen wir davon aus, dass Hershey nach der aktuellen Kakaokrise zu einem soliden Wachstum zurückfindet. Das Schokoladengeschäft entwickelt sich stabil und das Snackgeschäft trägt zusätzlich zum Umsatz bei.

  • Wir gehen von 3,0 % organischem Umsatzwachstum und weiteren 1,5 % Wachstum durch Übernahmen aus.
  • Wir rechnen damit, dass sich die EBIT-Marge bis 2036 auf 22,5 % erholt.
  • Damit liegt die Marge wieder ungefähr auf dem langfristigen Durchschnitt.
  • Wir nehmen an, dass das KGV bis 2036 bei 22 liegt. Damit erhalten wir 4,0 % Rendite durch Ausschüttungen und weitere 3,7 % Kursrendite. Insgesamt ergibt sich eine erwartete Rendite von 7,7 % pro Jahr.
Bären-Szenario

In diesem Szenario bleiben die Kakaopreise länger hoch und Hershey kann die Mehrkosten nur teilweise weitergeben. Übernahmen bleiben zwar Teil der Strategie, können die schwächere operative Entwicklung aber nicht vollständig ausgleichen.

  • Wir gehen von 1,5 % organischem Umsatzwachstum und 2,0 % Wachstum durch Übernahmen aus.
  • Wir rechnen damit, dass sich die EBIT-Marge bis 2036 nur auf 18,0 % verbessert.
  • Damit bleibt die Profitabilität deutlich unter dem historischen Durchschnitt.
  • Wir nehmen an, dass das KGV bis 2036 auf 17 sinkt. Damit erhalten wir 4,0 % Rendite durch Ausschüttungen und eine Kursrendite von minus 2,2 %. Insgesamt ergibt sich eine Rendite von 1,8 % pro Jahr.
Bullen-Szenario

In diesem Szenario normalisieren sich die Kakaopreise und Hershey kann seine starke Marktstellung voll ausspielen. Gleichzeitig gelingt es, das Snackgeschäft durch weitere Übernahmen erfolgreich auszubauen und profitabel zu integrieren.

  • Wir gehen von 4,5 % organischem Umsatzwachstum und 1,2 % Wachstum durch Übernahmen aus.
  • Wir rechnen damit, dass die EBIT-Marge bis 2036 wieder auf 25,0 % steigt.
  • Damit erreicht Hershey wieder annähernd die früheren Höchstwerte.
  • Wir nehmen an, dass Hershey im Jahr 2036 mit einem KGV von 26 bewertet wird. Damit erhalten wir 4,0 % Rendite durch Ausschüttungen und weitere 7,9 % Kursrendite. Insgesamt ergibt sich eine Rendite von 11,9 % pro Jahr.
Ergebnis

Im Durchschnitt erhalten wir damit eine Renditeerwartung von 6,4 % pro Jahr auf den aktuellen Kurs von 184,9 US Dollar. Dabei werden alle drei Szenarien gleich gewichtet, damit sowohl Chancen als auch Risiken angemessen einfließen. Zusätzlich ziehen wir einen Sicherheitsabschlag von 10 % auf den fairen Wert ab. Dieser Abschlag ist in der Rendite bereits enthalten.

Aus unserer Sicht ist Hershey auf dem aktuellen Kursniveau eher fair bewertet. Unterhalb von rund 150 US Dollar würde die erwartete Rendite auf über 8,7 % pro Jahr steigen. Dann wäre die Aktie deutlich attraktiver und würde einen größeren Sicherheitspuffer bieten.

Bären-Szenario
Mittleres Szenario
Bullen-Szenario
Umsatzwachstum
1,5 %
3,0 %
4,5 %
Wachstum durch Übernahmen
2,0 %
1,5 %
1,2 %
EBIT-Marge in 2036
18,0 %
22,5 %
25,0 %
KGV in 2036
17
22
26
Rendite auf Kurs
-2,2 %
3,7 %
7,9 %
Ausschüttungsrendite
4,0 %
4,0 %
4,0 %
Gesamtrendite
1,8%
7,7 %
11,9%
Kurs
Renditeerwartung pro Jahr
110,0 USD
12,1 %
120,0 USD
11,1 %
130,0 USD
10,2 %
140,0 USD
9,4 %
150,0 USD
8,7 %
160,0 USD
8,0 %
170,0 USD
7,3 %
184,9 USD
6,4%
190,0 USD
6,1 %
200,0 USD
5,6 %
210,0 USD
5,1 %
220,0 USD
4,6 %
230,0 USD
4,1 %
240,0 USD
3,7 %
250,0 USD
3,3 %

Fazit

Hershey ist einer der führenden US-Anbieter von Schokolade und Snacks. Zum Portfolio gehören bekannte Marken wie Reese’s, Hershey’s, Kisses, SkinnyPop und Dot’s Pretzels. Das Kerngeschäft bleibt stark auf Nordamerika ausgerichtet. Dadurch profitiert Hershey von hoher Markenbekanntheit und einer starken Stellung im Handel, ist aber zugleich stärker vom US-Markt und von einzelnen Rohstoffen abhängig als breiter diversifizierte Konsumgüterkonzerne.

Der US-Schokoladenmarkt wächst bis 2029 voraussichtlich um rund 2,9 % pro Jahr. Deutlich dynamischer entwickelt sich der Markt für salzige Snacks mit etwa 6,5 %. Hershey hält rund 40 % des US-Schokoladenmarktes und bleibt damit klarer Marktführer. Das Wachstum dürfte künftig stärker aus Preiserhöhungen, neuen Produkten und Übernahmen kommen. Vor allem das Snackgeschäft soll die Abhängigkeit vom reifen Schokoladenmarkt langsam reduzieren.

Bei den Kennzahlen ergibt sich ein gemischtes Bild. Hershey erreicht im AktienInsight-Rating 5 von 9 Punkten. Der Umsatz wuchs über zehn Jahre um 4,7 % pro Jahr, der Free Cash Flow sogar um 7,3 %. 2025 brach das EBIT wegen hoher Kakaopreise und Belastungen aus Rohstoffabsicherungen jedoch um rund 50 % ein. Trotzdem bleiben Verschuldung, Zinslast und Cashflow insgesamt solide.

Die grösste Chance liegt in einer deutlichen Margenerholung. Normalisieren sich die Kakaopreise, könnten bereits durchgesetzte Preiserhöhungen und Effizienzprogramme den Gewinn kräftig steigern. Zusätzlich bietet das wachsende Snackportfolio neue Möglichkeiten. Die wichtigsten Risiken bleiben anhaltend hohe Rohstoffkosten, sinkende Absatzmengen und schwache Kapitalrenditen bei Übernahmen. Auch die hohe Abhängigkeit vom nordamerikanischen Markt begrenzt die geografische Diversifikation.

Die Hershey-Aktie ist aus unserer Sicht aktuell haltenswert. Beim Kurs von rund 185 US Dollar liegt die erwartete Rendite bei etwa 6,4 % pro Jahr. Das ist solide, aber für einen Neukauf noch nicht attraktiv genug. Unterhalb von rund 150 US Dollar steigt die Rendite auf über 8 % und der Sicherheitspuffer wird deutlich grösser. Ab diesem Bereich würden wir die Aktie als kaufenswert einstufen.

Über den Autor

Ibo Ahmiane (ProfessorFinanzen)

Einer der größten Finanz-Influencer & Investor

Vom normalen Bankangestellten zu einem der erfolgreichsten Finfluencer. Ibo spricht auf seinen Social Media Kanälen über finanzielle Bildung und erreicht dort schon über 2,2 Millionen Menschen. Durch seine Arbeit in der Bank musste er immer wieder feststellen, dass die meisten Menschen keine Ahnung davon haben, wie sie richtig mit ihrem Geld umgehen. Unser Bildungssystem hat scheinbar keinen Platz für Finanzbildung und das will er ändern. Ibo selbst hat im Alter von 28 Jahren bereits über 1.000.000€ investiert.

Haftungsausschluss und Transparenzhinweis

Sämtliche Inhalte dieser Analyse stellen journalistische Publikationen dar. Sie dienen ausschließlich Informations- und Lernzwecken und stellen keine Handlungsempfehlung hinsichtlich des Kaufs oder Verkaufs von Wertpapieren dar. Die Inhalte wurden sorgfältig nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert, es kann jedoch keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inhalte übernommen werden. Es wurden ausschließlich Informationen berücksichtigt, die den Autoren zum Stand der Veröffentlichung bekannt gewesen sind.

Alle Inhalte geben ausnahmslos und zu jeder Zeit die persönliche Meinung und Einschätzung der Autoren wieder. Ein Handel mit Wertpapieren wie z.B. Aktien ist mit Chancen, aber auch mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden und erfolgt auf eigene Verantwortung. Die Autoren übernehmen keine Haftung für Schäden und Verluste, die sich aus einer Handlung auf Basis der zur Verfügung gestellten Informationen ergeben. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels keine Aktien von Hershey.

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